Wir leben in einer Zeit, in der sich das Machtgefüge der Welt fundamental verschiebt. Während Nationalstaaten mit Schulden, Bürokratie und Legitimitätskrisen ringen, treten Individuen auf die Weltbühne, deren Ressourcen und Ambitionen die der meisten Länder übersteigen. Tech-Milliardäre sind nicht mehr nur Unternehmer; sie sind die Architekten konkurrierender Zivilisationsentwürfe.
Frank Kemper
Wie Teile der Friedensbewegung den Krieg legitimieren
Die Friedensbewegung in Deutschland weist Eigenheiten auf, die in dieser Schärfe in anderen Ländern kaum zu finden sind: Sie leidet unter einem Drang zur Selbstzerfleischung durch Ausgrenzung.
Wir erleben seit Jahren Akteure innerhalb der Bewegung, die großen Wert darauf legen, dass sich jeder Bündnispartner, oder am besten sogar jeder Teilnehmer einer Demonstration, aber auch Mitzeichner von Aufrufen, Petitionen oder anderen politischen Texten vorab zu einem ganzen Katalog politischer Forderungen bekennen muss. Wer für Frieden stehen will, soll sich gegen Rechts, sowie oft auch für Abtreibung, Feminismus, Trans-Rechte, Klimapolitik bekennen und das, sowie vieles mehr unterschreiben. Das ist keine „Haltung“, das ist ein Einfallstor für den Krieg.
Die große Verteilungsschlacht: Warum Gewerkschaften zum Gegner der Abgehängten werden könnten
Wir stehen heute an einer technologischen Entwicklungsstufe, die es uns erlauben dürfte, etwas zu tun, was jahrhundertelang Utopie war: Lohnarbeit in großem Stil durch die automatisierte Arbeit von Maschinen zu ersetzen. Doch während die Technik bereitsteht, verharren unsere gesellschaftlichen Strukturen im Gestern. Wir steuern auf ein Paradoxon zu, das insbesondere die politische Linke und die Gewerkschaften vor eine Zerreißprobe stellen wird.
Stabilität über Leichen: Bilanz der Einmischung in Ägypten
Eine Analyse der verlogenen Partnerschaft zwischen dem Westen und den Autokraten am Nil
Wenn westliche Politiker über Ägypten sprechen, fallen oft Begriffe wie „strategischer Partner“ oder „Anker der Stabilität“. Doch wer hinter die diplomatischen Kulissen blickt, sieht eine andere Realität: Seit dem Ende des Kalten Krieges und insbesondere seit der Camp-David-Friedensinitiative hat sich die westliche Strategie zu einem perfiden System der Einmischung entwickelt. Es ist ein System, das Diktatoren stützt, Repression finanziert und die demokratischen Bestrebungen der ägyptischen Bevölkerung konsequent den eigenen geopolitischen Interessen opfert.
Die Terrorherrschaft der Wertegemeinschaft in Afghanistan
Die Geschichte Afghanistans der letzten 35 Jahre ist keine Geschichte eines gescheiterten Wiederaufbaus, wie es in westlichen Sonntagsreden oft heißt. Sie ist das Protokoll einer rücksichtslosen Einmischung, bei der Afghanistan lediglich als Spielfeld für geopolitische Interessen diente. Was im Oktober 2001 als „Krieg gegen den Terror“ begann, endete zwanzig Jahre später in einem chaotischen Rückzug.Von den verdeckten Geldkoffern der CIA in den 1990ern bis zum wirtschaftlichen Strangulierungskrieg der Gegenwart zieht sich ein roter Faden durch die Historie: Der Westen hat das Land nicht vergessen oder verloren, er hat es systematisch destabilisiert. Die folgende Analyse deckt die Mechanismen dieser gescheiterten Hegemonie auf.
Irak: Sanktionen, Kriege und Kontrolle
In den 1980er Jahren, während des Iran-Irak-Krieges, galt der Irak unter Saddam Hussein noch als nützlicher Partner des Westens – ein Bollwerk gegen den revolutionären Iran. Doch mit dem Ende des Kalten Krieges änderte sich diese Wahrnehmung dramatisch. Was folgte, war eine mehr als drei Jahrzehnte andauernde Phase westlicher Einmischung, die das Land und seine Bevölkerung grundlegend veränderte.
Interventionsstrategien gegen Nordkorea
Seit dem Ende des Kalten Krieges hat sich die westliche, insbesondere die amerikanische Politik gegenüber Nordkorea zu einem vielschichtigen System aus wirtschaftlichem Druck, militärischen Drohungen und verdeckten Operationen entwickelt. Was in der öffentlichen Debatte oft als notwendige Reaktion auf nordkoreanische Provokationen dargestellt wird, offenbart bei genauerer Betrachtung ein komplexes Netz systematischer Interventionen, die weit über klassische Diplomatie hinausgehen.
Ein Plädoyer für mehr Zukunftsvisionen
In den vergangenen Jahrzehnten hat sich unsere Gesellschaft in vielerlei Hinsicht gewandelt. Eine dieser Veränderungen betrifft den Stellenwert, den wir Zukunftsvisionen beimessen. Früher wurden Visionen von einer besseren und fortschrittlicheren Welt mit Begeisterung aufgenommen. Autoren wie Jules Verne faszinierten ihre Leser mit Geschichten von Unterwasserstädten und Luftschiffen. Solche visionären Ideen inspirierten Generationen und trugen maßgeblich zur technologischen und sozialen Entwicklung bei.
Das Gedächtnis der Menschheit: Was die uralten Untergangsmythen über den heutigen Westen verraten
Wenn wir heute das Wort „Apokalypse“ hören, denken wir an Hollywood-Blockbuster, an Meteoriteneinschläge oder Klimamodelle. Wir verstehen den Untergang meist als ein technisches oder physikalisches Ereignis. Doch unsere Vorfahren sahen das anders. Lange bevor es Soziologie oder Geschichtswissenschaft gab, haben Menschen bereits sehr genau beobachtet, warum Hochkulturen scheitern. Sie haben ihre Erkenntnisse nicht in Statistiken festgehalten, sondern in Erzählungen, die über Jahrtausende weitergegeben wurden.
Von Trollen und Elfen
Die Verborgene Hand: Wie der Westen seit über einem Jahrzehnt Medien manipuliert
Der Artikel aus dem Tagesanzeiger aus dem Jahr 2009, „27’000 PR-Berater polieren Image der USA“, und der jüngere Beitrag von Telepolis „Online-Meinungskampf: Startet der Westen mit ‚Elfen‘ nun den Trollkrieg gegen Russland?“ enthüllen eine beunruhigende Wahrheit. Schon seit mindestens 14 Jahren greifen die USA massiv in die globale Medienlandschaft ein, indem sie schon 2009 über 27.000 Medienberater einsetzten, um direkten Einfluss auf Nachrichtenagenturen und Medien auszuüben. Diese langfristige Strategie zeigt, dass der Westen schon lange vor der angeblichen Entstehung russischer „Trollfabriken“ im Jahr 2013 aktiv in die Informationspolitik eingegriffen hat.