Ich war immer ein glühender Verfechter der Gleichberechtigung. 19 Jahre lang war ich Mitglied der Linken. Doch dort – und mittlerweile in weiten Teilen der Gesellschaft – hat sich eine Verschiebung vollzogen. Es wird kaum noch von Gleichberechtigung gesprochen, sondern fast nur noch von Feminismus. Das Ergebnis dieser Politik ist fatal, denn was uns heute als Gleichstellung verkauft wird, ist in Wahrheit oft das genaue Gegenteil. Es ist eine Politik der Bevorzugung von Frauen und der strukturellen Benachteiligung von Männern. Es ist kein Zufall, dass es ein Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gibt – also für alle – außer Männer.
Gehen wir ein Menschenleben doch einmal chronologisch durch. Der Zugriff des Staates beginnt früh, bereits in der Kita und der Vorschule. Schon hier beobachten wir, dass typisch männliche Verhaltensweisen diskreditiert werden. Das fängt beim rauen Spielen an, dem körperlichen Kräftemessen, das für die Entwicklung von Jungen essenziell ist. Stattdessen dominieren Bastelarbeiten und Feinmotorik den Alltag. Anstatt für beide Geschlechter passende Angebote zu schaffen, wurden die Entfaltungsmöglichkeiten für Jungs zugunsten der Mädchen eingeschränkt. Besonders fatal wirkt sich hier der eklatante Mangel an männlichen Bezugspersonen aus. In Kitas und Grundschulen fehlen Männer als Rollenvorbilder fast völlig, wodurch Bildung für viele Jungen als eine rein weibliche Sphäre wahrgenommen wird.
Dieses Muster setzt sich in der Schule fort. Früher waren Jungs in Fächern wie Mathematik im Schnitt leistungsstärker, doch heute sehen wir eine besorgniserregende Entwicklung. Das Bildungssystem benachteiligt Jungen, die oft für ihr unruhigeres Verhalten sanktioniert werden, selbst wenn die fachliche Leistung stimmt. Am Ende der Schulzeit stehen Mädchen oft besser da, nicht unbedingt wegen höherer Intelligenz, sondern wegen eines besser auf sie zugeschnittenen Systems. Das Resultat ist eindeutig: Jungen stellen mittlerweile die deutliche Mehrheit der Schulabbrecher ohne Abschluss.
Diese Bildungskatastrophe ist nicht nur tragisch, sie hat auch ein konkretes Preisschild. Statistisch gesehen startet jeder neugeborene Junge bereits mit einem Minus von rund 12.500 Euro ins Leben, allein aufgrund des höheren Risikos, ohne Abschluss dazustehen. Experten sprechen hier von der ‚Bildungs-Falle‘. Weil das System das Verhalten von Jungen oft pathologisiert und schlechter benotet – der sogenannte ‚Gender Grading Gap‘ –, verlieren Männer massiv an Lebenseinkommen. Wenn wir Jungen systematisch benachteiligen, produzieren wir die Verlierer von morgen schon heute im Klassenzimmer.
Der Staat selbst geht als schlechtes Vorbild voran, indem er Diskriminierung teilweise per Gesetz festschreibt. Es gibt Girls‘ Days und Frauenförderpläne in Behörden, und bei gleicher Eignung werden im öffentlichen Dienst oft Frauen bevorzugt. Ein besonders absurdes Beispiel für diese Schieflage sind die Gleichstellungsgesetze vieler Bundesländer. So ist es in Nordrhein-Westfalen oder Rheinland-Pfalz gesetzlich so geregelt, dass das Amt der Gleichstellungsbeauftragten oft nur von Frauen besetzt werden darf. Einem Mann wird hier das passive Wahlrecht verweigert, selbst wenn er sich für Themen wie Väterkarenz oder die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für seine männlichen Kollegen einsetzen möchte. Gleichzeitig sieht das Grundgesetz nach wie vor nur für Männer eine Wehrpflicht beziehungsweise die Registrierungspflicht im Spannungsfall vor. Während wir über toxische Männlichkeit diskutieren, wird von Männern im Ernstfall erwartet, den Kopf hinzuhalten. Diese Einseitigkeit ist untragbar.
Besonders deutlich wird die Diskriminierung von Männern im politischen Betrieb selbst, den ich jahrelang von innen erlebt habe. Viele Parteien brüsten sich mit starren Quotenregelungen, die eine 50-Prozent-Besetzung von Frauen auf Listen und in Gremien erzwingen. Das klingt nach Gerechtigkeit, ist aber in Wahrheit eine massive Verzerrung der Demokratie. Die Realität ist: In keiner der großen deutschen Parteien erreichen Frauen auch nur annähernd 50 Prozent der Mitgliedschaft – bei der SPD sind es rund 33 Prozent, bei der CDU noch weniger. Auf Parteitagen und Versammlungen ist die Frauenquote vor Ort oft noch drastischer niedriger, oft sitzen dort real nur 20 Prozent Frauen. Wenn nun aber 50 Prozent der Redezeit und 50 Prozent der Mandate an diese kleine Gruppe vergeben werden müssen, passiert etwas Ungeheuerliches: Die Stimme und das Engagement eines Mannes werden entwertet. Während sich 80 Männer um die halben Plätze balgen müssen, werden Frauen förmlich auf Posten gehoben, einfach weil sie da sind. Ich habe Versammlungen erlebt, auf denen ‚quotierte Redelisten‘ dazu führten, dass Männer nach einer Wortmeldung schweigen mussten, während Frauen mehrfach sprechen durften, nur um die Quote zu füllen. Das ist keine Gleichberechtigung, das ist eine Privilegierung einer Minderheit auf Kosten der Mehrheit und eine Missachtung des demokratischen Grundsatzes, dass jede Stimme gleich viel zählen sollte.
Was dabei oft übersehen wird: Wir leisten uns mittlerweile eine gigantische, staatlich finanzierte ‚Gleichstellungs-Industrie‘, die den Steuerzahler jährlich fast eine Milliarde Euro kostet. Wir sprechen hier von rund 7.000 Vollzeitstellen bundesweit, die fast ausschließlich damit beschäftigt sind, Gleichstellung – und das heißt in der Praxis Frauenförderung – in die Verwaltung zu drücken. Allein die direkten Personalkosten belaufen sich auf rund 880 Millionen Euro. Das ist Geld, das in Schulen, in der Infrastruktur oder im sozialen Wohnungsbau fehlt. Stattdessen finanzieren wir einen riesigen Apparat, der Männern oft nicht einmal erlaubt, sich auf diese Stellen zu bewerben, obwohl sie die Steuerlast dafür mittragen.
Ein weiteres zentrales Kampffeld ist die angebliche Lohnlücke. Uns wird erzählt, Frauen würden pauschal rund 18 Prozent weniger verdienen. Wer sich die Berechnung des sogenannten unbereinigten Gender Pay Gap ansieht, stellt fest, dass hier Äpfel mit Birnen verglichen werden. Es ist fast schon eine statistische Unverschämtheit, die Bezahlung von Teilzeitjobs mit Vollzeitjobs, Schichtarbeit und gefährlichen Berufen in einen Topf zu werfen. Dass man für einen 4-Stunden-Job im klimatisierten Büro nicht dasselbe bekommt wie für 8 Stunden Schwerstarbeit auf dem Bau, ist keine Diskriminierung, sondern Logik.
Wir sprechen hier übrigens über das, was Soziologen das „Gläserne Kellergeschoss“ nennen. Während die Politik nur auf die Frauenquote in Vorständen starrt, wird übersehen, wer die Drecksarbeit macht. Tödliche Arbeitsunfälle sind ein fast exklusiv männliches Phänomen; über 95 Prozent der tödlich Verunglückten am Arbeitsplatz sind Männer. Auch die Suizidrate spricht eine deutliche Sprache über den Zustand unserer Gesellschaft: Männer nehmen sich drei- bis viermal so häufig das Leben wie Frauen.
Besonders zynisch wird es, wenn man die nackten Zahlen der Rentenkasse betrachtet. Männer sterben in Deutschland im Schnitt 4,8 Jahre früher als Frauen. Das bedeutet nichts anderes, als dass dem durchschnittlichen Mann fast fünf Jahre Rentenbezug gestohlen werden. Rechnet man das auf eine Durchschnittsrente hoch, ist das ein Verlust von über 92.000 Euro, den jeder Mann quasi ‚verschenkt‘, weil er früher stirbt, aber die gleichen Beiträge zahlen musste. Das ist eine massive Umverteilung von Männern zu Frauen, die im politischen Diskurs schlichtweg ignoriert wird.
Richtig bitter wird es im Privaten. Bei Trennungen und Scheidungen werden Männer systematisch benachteiligt. Kinder werden überwiegend den Müttern zugesprochen, und Scheidungen führen oft zu einem massiven finanziellen Transfer von Mann zu Frau, der viele Väter unter die Armutsgrenze drückt, um den Frauen den gewohnten lebensstandart weiter zu sichern, oft ohne dass sie angemessen dazu beitragen müssen. Die Rechte von Männern, eine Vaterschaft anzuzweifeln, sind extrem eingeschränkt, während Frauen dieses biologische Problem naturgemäß nicht haben. Männer zahlen oft jahrelang für Kinder, die nicht ihre eigenen sind, und werden vom Rechtssystem dabei auch noch im Stich gelassen.
Als alleinerziehender Vater musste ich mich massiv beschweren, nur um mit meinen Söhnen am Mutter-Kind-Schwimmen teilnehmen zu dürfen, denn ein Vater-Kind-Schwimmen gab es schlicht nicht. Auch bei der Beantragung des Kinderzuschlags bei der Familienkasse wurde mir ein Misstrauen entgegengebracht, das einer Mutter so nie passiert wäre. Man verlangte absurde Nachweise, Wohnortbestätigungen und mehr, schlicht weil das System nicht vorsieht, dass ein Mann die Hauptverantwortung für Kinder trägt.
Sollte es zur Eskalation kommen, stehen Männer zudem oft schutzlos da. Während es bundesweit hunderte Frauenhäuser gibt, stehen für Männer, die Opfer häuslicher Gewalt werden, deutschlandweit kaum Schutzwohnungen zur Verfügung – wir sprechen hier von wenigen Dutzend Plätzen für das ganze Land. Und das obwohl Statistiken von ca. 25% ausgehen, in denen Männer die Opfer häuslicher Gewalt sind. Auch am ganz unteren Ende der Gesellschaft sind Männer allein: Wer sich die Obdachlosigkeit in unseren Städten ansieht, blickt in fast 70 Prozent der Fälle in männliche Gesichter.
Selbst im Alter geht die Umverteilung weiter. Die EU hat mit den sogenannten Unisex-Tarifen durchgesetzt, dass Männer und Frauen bei privaten Rentenversicherungen monatlich gleich viel erhalten müssen. Das klingt fair, ignoriert aber die Realität, dass Frauen im Schnitt rund fünf Jahre länger leben. Für jeden eingezahlten Euro erhält eine Frau über ihre Lebensdauer gerechnet deutlich mehr zurück. Dem Mann wird faktisch Geld abgezogen, um die höhere Lebenserwartung der Frauen zu quersubventionieren. Und dann ist da noch das Thema Erbschaft, über das kaum jemand ehrlich spricht. Da Frauen ihre Ehemänner statistisch gesehen überleben, sind sie es, die am Ende der Kette das Vermögen einsammeln. Es ist eine logische Folge der Demografie, dass Frauen oft das erben, was ihre Männer unter gesundheitlichem Verschleiß erwirtschaftet haben.
Auch vor Gericht wird mit zweierlei Maß gemessen. Studien legen nahe, dass Frauen für gleiche Delikte mildere Strafen erhalten. Vom Ladendetektiv, der bei Frauen eher ein Auge zudrückt, bis zum Richter, der Milde walten lässt, kommen Frauen seltener ins Gefängnis. Männer hingegen sind nicht nur häufiger Täter, sie sind auch häufiger Opfer von Gewaltverbrechen im öffentlichen Raum und im globalen Maßstab die primären Opfer von Kriegen.
Wenn ich all diese Punkte zusammenzähle, sehe ich eine massive Benachteiligung von Männern in den existenzielle Bereichen Bildung, Justiz, Gesundheit und Familie. Natürlich gibt es Probleme auf der anderen Seite, und alleinerziehende Mütter tragen eines der größten Armutsrisiken in Deutschland. Aber das gilt für alleinerziehende Väter genauso. Die Lösung kann nicht sein, Frauen pauschal zu bevorzugen, sondern wir müssen Eltern und Alleinerziehende unabhängig vom Geschlecht stärken.
Übrigens: In den 60er und 70er Jahren konnte ein Familienvater als Alleinverdiener eine Familie ernähren, ein Haus abbezahlen und für das Alter vorsorgen. Heute arbeiten oft beide Partner, wir leisten doppelt so viele Arbeitsstunden pro Haushalt und haben am Ende kaum mehr Wohlstand in der Tasche. Irgendwer bescheißt uns doch alle, egal ob Männlein oder Weiblein.
Dieser Artikel erschien erstmals am 27.01.2026. Das Artikelbild ist ein Beispielbild von Piet van de Wiel auf Pixabay.
Zur Vorbereitung dieses Artikels wurden diverse KI Recherchen durchgeführt, deren Ergebnisse hier hinterlegt sind:
Quelle: Progressive Stimme - Argumente, Fakten, Quellen - https://progressivestimme.de