In Israel ist gerade gewählt worden, und Netanjahus Block kommt auf 54 der 120 Knesset-Sitze, das Lager von Ex-Militärchef Eisenkot auf 47. Wer die Regierung bildet, ist offen. Interessanter als das Ergebnis ist aber, was im Wahlkampf mitlief: Netanjahus Korruptionsprozess, seit sechs Jahren, Anklage wegen Betrugs, Untreue und Bestechlichkeit. Im November 2025 hat er förmlich um Begnadigung gebeten, Präsident Herzog hat sie abgelehnt und stattdessen zu einer außergerichtlichen Einigung geladen – eine Begnadigung ohne Schuldeingeständnis würde das Signal senden, ein amtierender Regierungschef stehe über dem Gesetz. Über dieser Wahl stand also nicht nur die Frage, wer regiert. Über ihr stand die Frage, wie ein Strafverfahren ausgeht.
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