Die Armutsindustrie IV – Die Tafeln

Als Vorwort möchte ich Prof. Stefan Selke zitieren:

Tafeln? Das sind doch die inzwischen als äußerst ambivalent eingeschätzten „Lebensmittelretter“, die bundesweit immer mehr arme Hartz-IV-Empfänger, Langzeitarbeitslose, Rentner und mancherorts sogar Studierende versorgen. Regelmäßig werden die Tafeln kritisiert, weil sie dazu beitragen, das Problem der Armut zu entpolitisieren. Armut, so der Kern der Kritik, entwickele sich durch die stetige Präsenz der Almosensysteme in diesem Land von einem politischen Skandal zu einer gesellschaftlich arrangierten Bedürftigkeit. Und innerhalb der sich immer weiter ausdifferenzierenden neuen Armutsarrangements lassen sich auch Gewinne erwirtschaften. Armutsökonomie bedeutet, dass Armut zur (ver)handelbaren Ware wird.

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Die Armutsindustrie I – Geschichte der Armutsindustrie

Vorwort:
Die Armut der einen ist der Reichtum der anderen, denn, mit Armut lässt sich gutes Geld verdienen. Wie gut, und wer von der Armut profitiert, möchte ich in diesen Texten zur Armutsindustrie etwas näher beleuchten. Der Komplex der Armutsindustrie setzt ich meiner Meinung nach aus den Maßnahmenträgern, den Trägern und Mitgliedern der freien Wohlfahrtspflege, sprich der Caritas, der AWO (und ähnlichen), sowie den Tafeln zusammen.

Ich möchte ausdrücklich betonen, dass ich nicht den vielen Ehrenamtlern, sondern den Chefetagen ans Bein pinkeln möchte, da diese es meiner Meinung nach durchaus verdient haben, da sie von der Armut nicht gerade schlecht leben.

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Die Armutsindustrie III – Caritas, AWO und Co.

Wie,die Caritas, die AWO (um nur mal zwei zu nennen) und andere Träger oder Mitglieder der freien Wohlfahrtspflege sollen zur Armutsindustrie gehören, die tun doch nur Gutes.

Zuerst mal ein paar Urtöne von einer Bekannten, die 35 Jahre bei einem Mitglied der deutschen Wohlfahrtspflege gearbeitet hat.

Bei einem namhaften Mitglied der deutschen Wohlfahrtspflege, dessen Namen ich aus rechtlichen Gründen nicht nennen möchte, bestand die Jury, die Gutachter und die Empfänger der Fördergelder aus denselben Personen, und hier ging es nicht um Kleingeld, sondern um einen dreistelligen Millionenbetrag.“

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Arm gelebt, arm in Rente, arm gestorben, ärmlich verscharrt.

Es heißt ja immer, dass man mit einer positiven Aussage anfangen soll, hätte ich ja auch gerne gemacht, aber, es gibt nichts Positives zum Thema Altersarmut.

Daher möchte ich als Einstieg Volker Pispers aus seinem Programm „bis neulich“ von 2014 zitieren:
Ich mache seit 31 Jahren Kabarett über dieselben Themen. Ich mache seit 31 Jahren Kabarett über Rente, über Gesundheit, über Staatsverschuldung, über Arbeitslosigkeit, über Steuergerechtigkeit, über Bildungsproblematik. Das sind zentrale Themen in einer Gesellschaft. ADAC hat mich noch nie so richtig interessiert. Jetzt zeigen Sie mir einen einzigen Bereich wo diese 5 Parteien, CDU/CSU, SPD, FDP und Grüne in den letzten 30 Jahren für den Großteil der Bevölkerung irgendwas verbessert haben. Sollen wir mit der Rente anfangen? Ne, lieber nicht. Da fangen wir an zu weinen. Bildungspolitik lassen wir auch weg, da ist auch . . , ne, nicht wirklich. Aber was ist mit dem Gesundheitswesen? Da haben wir eine Reform nach der anderen gehabt, nicht? Gesundheitswesen – Jahrhundertreformen haben sich da gestapelt. Wo ist es eigentlich besser geworden? Im Krankenhaus, in den Praxen, für die Ärzte, für die Patienten? Ist es für das Personal besser geworden? Ist es im Pflegeheim besser geworden? Im Altersheim? Wo ist es besser geworden? Helfen Sie doch mal, Sie wählen die doch immer wieder. Was ist mit den Arbeitslosenzahlen? Haben wir weniger Arbeitslose als vor 30 Jahren? Die Politik von CDU/CSU, SPD, FDP und Grünen. Haben wir mehr oder weniger Staatsschulden als vor 30 Jahren durch die seriöse Haushaltspolitik von CDU/CSU, SPD, FDP und Grünen? Was ist mit der Steuergerechtigkeit? Wie oft haben die versprochen, das Steuersystem gerechter zu machen, und transparenter? Ich kann das kaum noch erkennen, ne. Helfen Sie mir. Ich gebe Ihnen 6 Wochen Zeit für die Recherche. Und Sie dürfen auch den Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages in Anspruch nehmen. Es kann sich nichts ändern, meine Damen und Herren.

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Was heißt es in einer reichen Gesellschaft Arm zu sein.

Es geht ein Gespenst in Deutschland um, dass sich Armut nennt und von Jahr zu Jahr größer wird. Armut hat viele Gesichter und Abstufungen, was es dem Kapital oder den Leugnern der Armut in Deutschland möglich macht, die Armut in unserem Land zu relativieren, um nicht gegensteuern zu müssen.

Wer kennt den Spruch nicht: „Ach was, du bist doch nicht arm, dir geht es doch gut, schau dir mal die Armen in Bangladesch an.“ Dieser und ähnlich Sätze lösen bei mir immer eine Würgereflex aus und ich könnte im Strahl kotzen.

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Die Spirale der Leiharbeit

In der Beratung, wie auch in Gesprächen, werde ich immer wieder gefragt, „Ihr seid doch gegen die Leiharbeit, warum?“.

Je nach Zeit und Gemütszustand antworte ich schon mal „Na, weil sie halt scheiße ist“, das fasst den Kern schon ganz gut zusammen, ist aber natürlich um zu erklären was die Leih- und Zeitarbeit für Auswirkungen auf Leistungsberechtigte, jedoch nicht nur auf sie hat, für eine Erklärung etwas dünn.

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Die Armutsindustrie II – Maßnahmenträger

Über den Niedergang der Bildungsträger und das Aufblühen der Träger von Maßnahmen habe ich ja schon ein wenig geschrieben, dass ich hier weiter ausführen möchte.

Fangen wir mal mit dem Geld an, dass Ganze ist ein Milliardengeschäft von dem etliche Träger sehr gut leben können, da sie pro Erwerbslosen zwischen 600,- und 1000,- Euro pro Monat bekommen.

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Wenn das Licht ausgeht

Jedes Jahr sind in Deutschland ca. 300.000 Haushalte von Stromsperrungen betroffen. Der überwiegende Teil dieser Haushalte bezieht Grundsicherungsleistungen. Die Stromkosten sind in den letzten Jahren um ca. 45 % gestiegen, jedoch die Stromkosten die im Regelsatz enthalten sind, nur ca. 30 %. Daher haben die Leistungsberechtigten oft einfach nicht mehr das Geld um ihre Stromrechnung bezahlen zu können.

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