Staatsstreich von oben?

Wie die „Zeitenwende“ die Demokratie aushebelte und ein vermeidbarer Krieg zur geopolitischen Waffe wurde

Der 24. Februar 2022, dem Tag als Russland in die Ukraine einmarschierte, wird in den Geschichtsbüchern als Zäsur stehen. Doch je mehr Zeit vergeht und je mehr Details ans Licht kommen, desto brüchiger wird das offizielle Narrativ vom „unprovozierten Überfall“, der den Westen völlig unvorbereitet traf. Eine nüchterne Analyse der diplomatischen Chronologie und der militärischen Beschaffungsvorhaben legt eine andere Lesart nahe: Was der Öffentlichkeit als spontane Notwehr verkauft wurde, trägt die Züge einer präzise vorbereiteten Operation – eines „Staatsstreichs von oben“.

In dieser Lesart wurden gewählte Parlamente gezielt umgangen, demokratische Diskurse durch moralische Erpressung unterdrückt und geopolitische Pläne exekutiert, die längst in den Schubladen lagen. Doch das vielleicht schwerwiegendste Indiz für ein abgekartetes Spiel lieferte niemand Geringeres als der ehemalige NATO-Generalsekretär selbst.

Doch um das volle Ausmaß zu verstehen, muss man den Blick zurück richten: Die Weichen für diesen Krieg wurden nicht 2022 gestellt, sondern durch eine jahrelange, systematische Manipulation der Ukraine.

Die gekaufte Revolution und die 5 Milliarden

Lange bevor der erste Schuss fiel, begann der Kampf um die Köpfe. Die Behauptung, der „Euromaidan“ 2014 sei eine rein spontane, demokratische Erhebung gewesen, hält einer Überprüfung der Finanzströme nicht stand. Die USA investierten massiv, um die politische Landschaft der Ukraine in ihrem Sinne umzupflügen.

Den Beweis dafür lieferte Victoria Nuland, damals US-Staatssekretärin für europäische Angelegenheiten, bereits im Dezember 2013 selbst. Auf einer Konferenz der U.S.-Ukraine Foundation in Washington gab sie offen zu:

Wir haben über 5 Milliarden Dollar investiert, um die Ukraine bei diesen und anderen Zielen zu unterstützen, die eine sichere, wohlhabende und demokratische Ukraine gewährleisten werden.“

Diese „5 Milliarden Dollar“, die seit 1991 flossen, dienten offiziell der „Demokratieförderung“. Kritisch betrachtet war es jedoch das Budget für den Aufbau eines pro-westlichen Netzwerks aus NGOs, Medien und Aktivisten, das im entscheidenden Moment mobilisiert werden konnte, um eine demokratisch gewählte (aber russlandfreundliche) Regierung zu stürzen. Dass Nuland selbst während der Proteste auf dem Maidan Gebäck verteilte und in einem abgehörten Telefonat die künftige Regierung der Ukraine handverlas („Yats is the guy“), unterstreicht, wie sehr Washington die Fäden zog. Es war kein Volksaufstand, es war ein „Regime Change“ nach Drehbuch.

Gegen den Willen des Volkes – Die erzwungene NATO-Wende

Das vielleicht stärkste Indiz dafür, dass die Ukraine von außen in diesen Konflikt getrieben wurde, ist die Tatsache, dass die Bevölkerung selbst diesen Kurs jahrelang ablehnte. Die Ukraine war vor der Einmischung des Westens ein Land, das seine Sicherheit in der Neutralität suchte.

  1. Verfassungsrang der Neutralität: Sowohl die Unabhängigkeitserklärung von 1990 als auch die Verfassung von 1996 definierten die Ukraine als neutralen Staat, der keinen militärischen Blöcken angehört („Blockfreiheit“). Noch 2010 verabschiedete das Parlament unter Präsident Janukowytsch ein Gesetz, das diesen Status bekräftigte. Die Neutralität war kein „russisches Diktat“, sie war geltendes ukrainisches Verfassungsrecht.
  2. Das klare „Nein“ der Bevölkerung: Hätte man die Ukrainer vor 2014 gefragt, ob sie in die NATO wollen, wäre die Antwort eindeutig gewesen: „Nein“. Umfragen aus der Zeit vor dem Maidan belegen dies eindrücklich. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2012 zeigte, dass nur etwa 18 % der Ukrainer einen NATO-Beitritt befürworteten, während eine deutliche Mehrheit von 67 % dagegen war. Selbst westliche Institute wie das Pew Research Center bestätigten 2010, dass die Ukrainer der NATO skeptisch gegenüberstanden.

Der Kurswechsel hin zur NATO war also kein demokratischer Wunsch von unten, sondern ein Projekt der Eliten, das nach dem Umsturz 2014 gegen die historische Mehrheitsmeinung und die ursprüngliche Verfassung durchgesetzt wurde. Die Bevölkerung wurde über Jahre hinweg durch mediale Dauerbeschallung und Bedrohungsszenarien „umprogrammiert“, bis die Zustimmungswerte passten.

Der blinde Fleck des Westens: Der Krieg gegen die eigene Bevölkerung

Was im westlichen Narrativ vom „unprovozierten Angriff“ völlig ausgeblendet wird, ist die blutige Vorgeschichte, die unmittelbar auf den Umsturz 2014 folgte. Die neue Regierung in Kiew, kaum im Amt, setzte nicht auf Dialog mit den Kritikern im Osten des Landes, sondern auf militärische Gewalt. Unter dem euphemistischen Namen „Anti-Terror-Operation“ (ATO) wurde die reguläre ukrainische Armee gegen die eigene Bevölkerung in Marsch gesetzt. Es war ein Tabubruch: Statt Polizeikräfte einzusetzen, rollten Panzer, und die Luftwaffe bombardierte Städte im Donbas.

Die Bilanz dieser Politik war verheerend. Bis zum Jahr 2022 forderte dieser Bürgerkrieg laut UN-Schätzungen über 14.000 Menschenleben. Tausende Zivilisten starben im Hagel von Artilleriegeschossen, die gezielt auf Wohngebiete, Schulen und Infrastruktur in Donezk und Lugansk abgefeuert wurden. Während man im Westen die Augen vor diesem leiden verschloss oder es als „russische Propaganda“ abtat, lebten die Menschen im Donbas acht Jahre lang in Kellern und unter ständiger Todesangst. Diese systematische Aggression gegen die russischsprachige Minderheit war der eigentliche Brandbeschleuniger, der den Konflikt unweigerlich anheizte.

Die missbrauchte Neutralität: Die zwielichtige Rolle der OSZE

Umso schwerer wiegt der Verdacht, dass selbst die Mechanismen, die zur Friedenssicherung gedacht waren, für den Krieg instrumentalisiert wurden. Die OSZE-Beobachtermission, offiziell als neutrale Instanz zur Überwachung des Waffenstillstands im Donbas stationiert, geriet zunehmend in den Fokus schwerer Vorwürfe. Es verdichteten sich die Belege, dass Mitarbeiter und Infrastruktur der Mission nicht der Deeskalation dienten, sondern aktiv zur Spionage gegen die Donbas-Republiken missbraucht wurden.

Berichte und Funde nach dem Februar 2022 legen nahe, dass Kameras der OSZE, die eigentlich zur Überwachung der Kontaktlinie dienten, Koordinaten und Echtzeitdaten an das ukrainische Militär weiterleiteten, um den Artilleriebeschuss zu korrigieren. Statt den Frieden zu sichern, wurde das internationale Mandat offenbar als Deckmantel genutzt, um militärische Aufklärung für eine Seite zu betreiben. Dies war keine bloße Parteinahme, sondern ein perfider Vertrauensbruch, der jede diplomatische Lösung torpedierte und Russland in der Annahme bestätigte, dass der Westen kein Interesse an einer fairen Befriedung des Konflikts hatte.

Die „Stoltenberg-Beichte“: Der Krieg war vermeidbar

Lange Zeit galt jeder, der behauptete, Russland habe primär aus Sicherheitsinteressen und Angst vor der NATO-Erweiterung gehandelt, als Verschwörungstheoretiker oder „Putin-Versteher“. Dabei war den westlichen Planern bewusst, dass der NATO-Kurs direkt in einen Krieg führen musste. Dies bestätigte niemand Geringeres als der ehemalige NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Am 7. September 2023 berichtete er vor dem EU-Parlament von einem konkreten russischen Angebot im Dezember 2021, den Krieg abzuwenden.

An diesem Tag trat Jens Stoltenberg, 2021 amtierender NATO-Generalsekretär, vor den Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten des EU-Parlaments. Dort bestätigte er exakt das, was Kritiker der westlichen Politik seit Jahren vermuten: Es gab ein konkretes Angebot Moskaus, den Krieg zu verhindern.

Wörtlich sagte Stoltenberg:

Präsident Putin erklärte im Herbst 2021 und schickte tatsächlich einen Vertragsentwurf, den die NATO unterschreiben sollte, um keine weitere NATO-Erweiterung zu versprechen. Das war es, was er uns schickte. Und das war eine Vorbedingung, um nicht in die Ukraine einzumarschieren.“

Die Reaktion der NATO auf diese Chance, den Frieden zu retten? Stoltenberg weiter:

Natürlich haben wir das nicht unterschrieben.“

Er führte weiter aus, dass Putin bereit war, den Krieg abzublasen, wenn die NATO garantiert hätte, nicht weiter zu expandieren:

Er zog in den Krieg, um die NATO, mehr NATO, an seinen Grenzen zu verhindern.“

Diese Aussage ist politischer Sprengstoff. Sie belegt, dass die westliche Allianz genau wusste: Wenn wir auf der „Open Door Policy“ beharren, riskieren wir den Krieg. Man entschied sich bewusst gegen die Neutralität der Ukraine und für die Eskalation. Die spätere Empörung über den Kriegsausbruch erscheint vor diesem Hintergrund als zynische Inszenierung. Man hat das Blutvergießen nicht nur provoziert, sondern, aller Wahrscheinlichkeit nach, sogar jahrzehntelang gezielt auf diesen Krieg hingearbeitet, um geopolitische Prinzipien durchzusetzen, die für die Sicherheitsinteressen der eigenen Bevölkerung zweitrangig waren.

Die Synchronizität der „Schubladenpläne“

Dass man sich auf den Krieg nicht nur einließ, sondern ihn regelrecht erwartete, zeigt auch die Geschwindigkeit der westlichen Reaktion ab dem 24. Februar 2022. Binnen 72 Stunden wurden Dogmen revidiert, die Jahrzehnte Bestand hatten. Eine solche Synchronizität ist ohne Vorbereitung unmöglich.

1. Der Wirtschaftskrieg als Blaupause Die Sanktionspakete, insbesondere das technisch hochkomplexe Einfrieren der russischen Zentralbankreserven (ca. 300 Milliarden Dollar), wurden nicht in einer Nacht-und-Nebel-Aktion nach dem Einmarsch entworfen. Daleep Singh, der Architekt der US-Sanktionen, und Arbeitsgruppen der G7 bereiteten diese Maßnahmen bereits ab November 2021 minutiös vor. Die Gesetzestexte lagen in Washington und Brüssel fertig in der Schublade und warteten nur auf den „Trigger“.

2. Die Militarisierung Deutschlands: Die „Zorn-Liste“ Besonders deutlich wird die Umgehung demokratischer Prozesse beim deutschen „Sondervermögen“. Die Entscheidung für 100 Milliarden Euro Schulden fiel in einem winzigen Zirkel um Olaf Scholz, Christian Lindner und Robert Habeck – am Parlament vorbei. Als der Kanzler am 27. Februar 2022 seine „Zeitenwende“-Rede hielt, wussten die Abgeordneten nicht einmal, worüber sie gleich abstimmen und jubeln würden. Die Liste der Anschaffungen (F-35 Tarnkappenjets, schwere Chinook-Hubschrauber) war dabei keineswegs neu. Es handelte sich um die sogenannte „Zorn-Liste“ (benannt nach dem damaligen Generalinspekteur Eberhard Zorn) – eine Wunschliste der Bundeswehr und Rüstungsindustrie, die seit Jahren politisch keine Mehrheit fand. Der Krieg diente als perfekter Vorwand, um diese Projekte nun als „alternativlos“ durchzudrücken und die demokratische Debatte darüber im Keim zu ersticken.

3. Der Fall der Schweizer Neutralität Selbst die Schweiz, seit 1815 neutral, wurde durch massiven Druck der USA in die Formation gezwungen. Hinter den Kulissen drohten US-Diplomaten unverhohlen mit der Isolation des Schweizer Finanzplatzes, sollte sich Bern nicht den Sanktionen anschließen. Binnen vier Tagen, ohne Volksabstimmung oder breite Debatte, opferte der Bundesrat die integrale Neutralität – ein Grundpfeiler staatlicher Souveränität wurde durch externen Zwang geschleift.

Die Synchronizität der Reaktion 2022

Als der Krieg dann – wie provoziert und geplant – ausbrach, schnappte die Falle zu. Binnen 72 Stunden wurden Pläne aktiviert, die vorbereitet in den Schubladen lagen:

  • Der Wirtschaftskrieg: Sanktionspakete und das Einfrieren russischer Zentralbankgelder (300 Mrd. USD) waren bereits ab November 2021 von US-Architekten wie Daleep Singh minutiös ausgearbeitet worden.
  • Die Militarisierung: Das deutsche „Sondervermögen“ (100 Mrd. Euro) wurde am Parlament vorbei in kleinsten Zirkeln beschlossen. Die Einkaufsliste (F-35, Chinook) entsprach alten Wunschlisten („Zorn-Liste“), die nun opportunistisch als „alternativlos“ verkauft wurden. Der Verkündung der Zeitenwende ging keinerlei Diskussion in Öffentlichkeit oder Parlament voraus.

Sabotage des Friedens in Istanbul

Dass es bei diesem Konflikt nicht um das Wohl der Ukraine ging, sondern um die strategische Schwächung Russlands („Strategic Defeat“), zeigte sich auch noch mal nach dem Einmarsch der Russen im Frühjahr 2022. In Istanbul lag ein fast fertiger Friedensvertrag auf dem Tisch: Rückzug der russischen Truppen im Gegenzug für eine garantierte Neutralität der Ukraine. Doch der Westen intervenierte. Der damalige britische Premier Boris Johnson reiste im April 2022 überraschend nach Kiew und überbrachte laut Berichten ukrainischer Unterhändler die Botschaft: Keine Unterschrift. Wir wollen kämpfen, eigentlich: Wir wollen, dass Ihr kämpft! Der Krieg wurde künstlich verlängert – auf Kosten von Hunderttausenden Toten und der wirtschaftlichen Stabilität Europas, aber im Interesse einer vorab ausgeklügelten Strategie.

Ein lang gehegter Plan!

Betrachtet man die 5 Milliarden Dollar für den Umsturz, die Missachtung der Mehrheitsmeinung gegen die NATO vor 2014, die Ablehnung der Friedensangebote 2021 und die vorbereiteten Sanktionspläne 2022 im Zusammenhang, ergibt sich ein verstörendes Bild.

Es wirkt nicht wie eine Kette unglücklicher Zufälle, sondern wie ein lang gehegter Plan. Die Ukraine sollte um jeden Preis aus ihrer historischen Neutralität herausgebrochen und als Rammbock gegen Russland in Stellung gebracht werden. Dass dabei die Demokratie ausgehebelt, die eigene Verfassung ignoriert und das Land schließlich auf dem Altar geopolitischer Interessen geopfert wurde, muss Teil des Kalküls gewesen zu sein.

Die 90 Tage der Lüge: Chronik eines angekündigten Verrats

Wie zwischen Dezember 2021 und Februar 2022 das Parlament entmachtet und der Krieg billigend in Kauf genommen wurde

Wenn der 24. Februar 2022 der Tag des „Schocks“ war, dann waren die drei Monate davor die Phase der kalten Planung. Um die These vom „Staatsstreich von oben“ zu verstehen, müssen wir das Brennglas auf den Zeitraum zwischen dem russischen Vertragsangebot im Dezember 2021 und dem Einmarsch legen. Denn in diesen 90 Tagen tat sich eine monströse Schere auf: Auf der einen Seite eine Öffentlichkeit, die im Glauben gelassen wurde, Diplomatie sei möglich. Auf der anderen Seite eine westliche Exekutive, die wusste, dass der Krieg kommt – und die sich weigerte, ihn zu verhindern, sondern sich anschickte ihn für eigene Interessen zu nutzen.

Das Wissen: Der Krieg war eine mathematische Gewissheit

Spätestens seit dem 17. Dezember 2021, als Russland seine Sicherheitsgarantien einforderte (keine NATO-Ukraine), herrschte in den Machtzentralen der NATO Klarheit. Wie Ex-Generalsekretär Stoltenberg später bestätigte, war die Botschaft Moskaus eindeutig: Neutralität oder Krieg.

Indem die NATO und die US-Administration unter Biden diese Forderung im Januar 2022 als „Non-Starter“ zurückwiesen, trafen sie eine bewusste Entscheidung für die Eskalation. Interne Dokumente und die Strategie der „Strategic Declassification“ der US-Geheimdienste belegen, dass man in Washington und Brüssel nicht mehr mit einem „Ob“, sondern nur noch mit einem „Wann“ rechnete. CIA-Direktor William Burns hatte bereits im November 2021 nach einem Besuch in Moskau gewarnt, dass Putin ernst machen würde.

Die entscheidende Frage lautet: Warum trat Bundeskanzler Olaf Scholz im Januar nicht vor den Bundestag? Warum gab es keine Regierungserklärung mit dem Inhalt: „Die Lage ist ernst. Wir haben die Wahl zwischen einer neutralen Ukraine oder einem Krieg in Europa. Wir müssen als Gesellschaft entscheiden, was uns wichtiger ist.“?

Stattdessen: Schweigen. Das Parlament wurde nicht informiert. Das Volk wurde nicht befragt. Das Wissen um die Katastrophe wurde exklusiv in der Exekutive behalten.

Die Planung: Das Wetzen der Messer im Dunkeln

Während die Diplomatie zur hohlen Phrase verkam, liefen im Hintergrund die Vorbereitungen für den Tag X auf Hochtouren – aber nicht zur Verteidigung des Friedens, sondern zur Führung des Krieges als Stellvertreter-, Propaganda- und Wirtschaftkrieg.

  1. Die Sanktions-Architektur: Während man öffentlich noch von „Abschreckung“ sprach, finalisierten G7-Arbeitsgruppen unter US-Führung die komplexen Pläne zum Einfrieren der russischen Zentralbank-Assets und dem Ausschluss Russland aus dem Swift-System. Man wusste, dass diese „finanzielle Atombombe“ bereitliegt. Man informierte die Parlamente jedoch nicht über die massiven wirtschaftlichen Rückkopplungseffekte (Energiepreise, Inflation), die diese Maßnahmen auf die eigene Bevölkerung haben würden.
  2. Die Schubladen der Rüstung: Im Verteidigungsministerium wurde die „Zorn-Liste“ entstaubt. Man wusste, dass man die F-35 Jets und die 100 Milliarden Euro unter normalen Umständen niemals durch den Bundestag bekäme. Man brauchte den Krieg, man brauchte die Bilder brennender Panzer, um den parlamentarischen Widerstand durch eine „Schock-Therapie“ zu brechen.

Die Strategie war zynisch: Man ließ das Unheil geschehen, um dann am 27. Februar die fertigen Pläne als „alternativlose Rettung“ zu präsentieren.

Die juristische Einordnung: Der Bruch des Friedensgebots

Hier kommen wir zum Kern des Vorwurfs. Die Debatte darf sich nicht in strafrechtlichen Spitzfindigkeiten darüber verlieren, ob der Tatbestand des „Hochverrats“ nach § 81 StGB erfüllt ist, der oft physische Gewalt voraussetzt. Die eigentliche Anklage wiegt schwerer: Es geht um einen systematischen Bruch des Grundgesetzes und der völkerrechtlichen Verträge, die die Bundesrepublik binden.

Denn die Friedenspflicht ist kein moralischer Appell für Sonntagsreden. Sie ist geltendes, bindendes Recht – verankert im Grundgesetz, in der UN-Charta und selbst in den NATO-Verträgen.

1. Die UN-Charta als Teil des Grundgesetzes
Oft wird vergessen: Das Grundgesetz öffnet sich dem Völkerrecht wie kaum eine andere Verfassung. Artikel 25 GG bestimmt unmissverständlich:

Die allgemeinen Regeln des Völkerrechts sind Bestandteil des Bundesrechtes. Sie gehen den Gesetzen vor […].“

Damit ist die Charta der Vereinten Nationen nicht irgendein fernes Papier, sondern unmittelbares Recht in Deutschland. Artikel 2 Ziffer 3 der UN-Charta verpflichtet alle Staaten, „ihre internationalen Streitigkeiten durch friedliche Mittel so beizulegen, dass der Weltfriede […] nicht gefährdet wird“. Indem die Bundesregierung und ihre Verbündeten im Dezember 2021 und Januar 2022 die russischen Verhandlungsangebote kategorisch abwiesen („Non-Starter“) und stattdessen Sanktions- und Aufrüstungspläne finalisierten, haben sie gegen dieses fundamentale Gebot der friedlichen Streitbeilegung verstoßen. Wer den Krieg als „Mittel der Politik“ einkalkuliert, statt jede diplomatische Chance bis zur Erschöpfung zu nutzen, bricht Artikel 25 Grundgesetz.

2. Der Verrat am NATO-Vertrag selbst Es ist eine Ironie der Geschichte, dass ausgerechnet im Namen der NATO-Solidarität das Völkerrecht gebeugt wurde. Denn der Nordatlantikvertrag selbst ist in seinem Artikel 1 eindeutig:

Die Parteien verpflichten sich […], jeden internationalen Streitfall, an dem sie beteiligt sind, auf friedlichem Wege […] beizulegen und sich in ihren internationalen Beziehungen jeder Gewaltandrohung oder Gewaltanwendung zu enthalten […].“

Die NATO wurde vertraglich als Verteidigungsbündnis konzipiert, das dem Frieden der UN-Charta dient. Wenn Jens Stoltenberg zugibt, dass man die russische Forderung nach Neutralität (eine friedliche Lösung) ablehnte und damit den Krieg bewusst in Kauf nahm, um die „Offene Tür“-Politik der NATO durchzusetzen, dann ist das ein Verstoß gegen den eigenen Gründungsvertrag. Die Bundesregierung hat sich nicht an Recht und Gesetz gehalten, sondern geopolitische Expansionswünsche über die vertraglich fixierte Friedenspflicht gestellt.

3. Das europäische Friedensgebot Auch die Einbindung in die Europäische Union entbindet nicht von der Pflicht zum Frieden, sie verstärkt sie. Artikel 21 des EU-Vertrags nennt die „Erhaltung des Friedens“ und die „Stärkung der internationalen Sicherheit“ als oberste Ziele des auswärtigen Handelns. Eine Politik, die einen Verhandlungsfrieden (wie im April 2022 in Istanbul möglich gewesen wäre) aktiv sabotiert oder durch Waffenlieferungen ohne diplomatische Begleitstrategie einen Abnutzungskrieg befeuert, handelt europarechtswidrig.

Das Urteil: Verfassungsbruch durch Unterlassung Wir haben es also nicht mit bloßem politischem Versagen zu tun. Wir haben es mit einer Exekutive zu tun, die das Verfassungsgebot des Friedens (Präambel des Grundgesetzes: „dem Frieden der Welt zu dienen“) missachtet hat. Der Amtseid des Kanzlers, Schaden vom deutschen Volke zu wenden, beinhaltet zwingend die Einhaltung dieser Rechtsnormen.

  • Wer sehenden Auges in einen Krieg steuert, statt die im Grundgesetz (Art. 25) verankerte Pflicht zur friedlichen Streitbeilegung zu erfüllen;
  • Wer NATO-Prinzipien (Art. 1) ignoriert, um NATO-Expansion zu betreiben;
  • Wer das Parlament über diese Rechtsbrüche und die existierenden Alternativen (Neutralität) im Dunkeln lässt;

…der begeht Verfassungsbruch. Die „Zeitenwende“ war kein notwendiger Akt der Notwehr, sondern die planmäßige Abkehr vom Rechtsstaat hin zum Machtstaat. Die Regierung hat nicht das Recht verteidigt, sie hat das Recht gebeugt, um einen geopolitischen Waffengang zu ermöglichen. Das ist der wahre Skandal, der in die Geschichtsbücher eingehen muss.

Dieser Artikel erschien erstmals am 28.12.2025. Das Artikelbild ist ein Beispielbild, es wurde von Gemini generiert.

Im Vorfeld dieses Artikels habe ich mit Hilfe der KI verschiedene Fakten zusammentragen lassen, die in den folgenden Dokumenten zusammengetragen wurden. Bitte nicht vom Titel täuschen lassen, es sind verschiedene Dateien:

Quelle: Progressive Stimme - Argumente, Fakten, Quellen - https://progressivestimme.de