Die Bankrotterklärung des Westens: Wenn Masken fallen

Danke an die glorreichen „Experten“, die uns in den Talkshows landauf, landab die Welt erklärt haben. Danke an Carlo Masala, an Claudia Major, an Sönke Neitzel. Danke an Boris Pistorius, Johann Wadepuhl, Annalena Baerbock oder Robert Habeck. Und danke an diesen einen speziellen Hardliner der CDU – dessen Name der Geschichte wohl nur als Narr in Erinnerung bleiben wird –, der den Dritten Weltkrieg lieber heute als morgen beginnen wollte.

Man muss sich fragen: Was qualifizierte diese Leute eigentlich?

All diese Herrschaften waren der festen Überzeugung, man müsse die Ukraine „auf unsere Seite ziehen“. Sie haben seit 2014 den Tod von tausenden russischsprachigen Menschen im Osten der Ukraine durch die damalige Kiewer Regierung kleingeredet oder schlichtweg verschwiegen. Sie waren der festen Meinung, Russland würde militärisch besiegt, zerstückelt oder bestenfalls als „Anhängsel Chinas“ enden.

Nun, sie hatten nicht nur Unrecht. Sie haben aktiv alles dafür getan, dass sie Unrecht behalten.

Sie haben jeden Fehler gemacht, den man strategisch machen konnte: Sanktionen, die sich wie ein Bumerang gegen die eigene Volkswirtschaft richteten. Eine Propaganda, auf die sie am Ende selbst hereingefallen sind. Erinnern wir uns an den Unsinn, die Russen würden Chips aus Kühlschränken in ihre Raketen bauen oder hätten „ab morgen“ keine Waffen mehr.

Und vor allem der monumentale strategische Irrglaube: China würde tatenlos zusehen. Der Westen posaunte heraus: „Wenn wir mit Russland fertig sind, ist China dran.“ Wie dumm muss man sein, so etwas laut auszusprechen?

Was diese Elite in ihrer Arroganz übersehen hat: Der Globale Süden hat einfach keine Lust mehr. Liest man Analysen aus Indien, Brasilien oder Südafrika, wird eines klar: Niemand dort will mehr kolonialisiert werden. Niemand will weiter wie eine Zitrone ausgepresst werden, damit der Westen seinen Lebensstandard halten kann. Der Rest der Welt ist nicht länger bereit hinzunehmen, dass der Westen wie die Raubmaden durch die Welt zieht.

Und so kam es, wie es kommen musste:

  • Nicht Russland ist isoliert – der Westen ist es.
  • Nicht die russische Wirtschaft brach ein – sondern unsere.
  • Nicht die Russen haben den größten Terroranschlag gegen deutsche Infrastruktur (Nord Stream) verübt – sondern offenbar war es die Ukraine und in die USA, mindestens mit deren Wissen.

Die Geschichte hält derzeit mehr als nur Ironie für uns bereit; es ist Zynismus pur. Während wir Russland vorwerfen, sich Territorium einzuverleiben, greifen die USA nun offen nach Grönland. Was unter Trump einst als Witz begann, ist mittlerweile bittere geopolitische Realität: Die USA betrachten europäisches Territorium als strategische Verfügungsmasse. Auf der einen Seite nennen wir es „Völkerrechtsbruch“, auf der anderen Seite „strategische Notwendigkeit“.

Und wer den endgültigen Beweis für die westliche Doppelmoral sucht, musste im Januar 2026 nur nach Davos schauen. Dort hat der kanadische Premierminister Mark Carney das ausgesprochen, was wir vom BSW schon lange sagen: Die „regelbasierte Ordnung“ war eine Lüge. Er gab zu, dass der Westen Regeln nur dann angewandt hat, wenn es ihm passte, und dass die Zeiten vorbei sind, in denen wir uns einmischen, um „anderer Leute Öl zu nehmen“.

Das ist keine bloße Analyse, das ist ein Schuldeingeständnis. Wenn unsere Medien und Politiker auch nur einen Funken Ehre hätten, müssten sie jetzt Rechenschaft ablegen.

Wenn Medien Politiker nicht mehr kritisch hinterfragen, werden Politiker auch nicht mehr kritisch ausgewählt. Die logische Folge: Es kommen vollkommen ungeeignete Personen in höchste Ämter. Wäre es nicht die Aufgabe der Presse gewesen, den Wählern eine echte Selektion zu ermöglichen? Hätten sie nicht die Widersprüche, die Fehlanalysen und die offensichtlichen Schwächen von Leuten wie Friedrich Merz oder Olaf Scholz aufzeigen müssen?

Stattdessen wurden die Medien durch sogenannte „Demokratieförderung“ und ähnliche Programme korrumpiert. Sie haben sich ihren kritischen Teil erspart und die Bevölkerung – und damit die Demokratie – der Ahnungslosigkeit ausgeliefert.

Wer sich solche Experten, solche Politiker und solche Medien leistet, der kann nur scheitern.

Selbst in dem Szenario, das einige „Könige der Vorhersage“ an die Wand malten – Russland als Anhängsel Chinas –, wäre das für den Westen eine Katastrophe gewesen. Russische Ressourcen gepaart mit chinesischer Technologie und Industriekapazität? Das ist ein Block, gegen den der Westen, der China zum Feind erklärt hat (nicht umgekehrt!), keine Chance hat.

Die Amerikaner haben das mittlerweile wohl erkannt. Sie versuchen nun hektisch, mit Russland irgendeinen Modus Vivendi zu finden, um sich auf China zu konzentrieren. Halten die uns eigentlich alle für blöd?

Derweil stehen wir in Deutschland mit einem Kanzler Merz da – nach Scholz der nächste, der das Amt nicht ausfüllt. Scholz war schon eine Enttäuschung, spätestens seit er neben Joe Biden stand, als dieser das Ende von Nord Stream verkündete, und Scholz schwieg. Aber Merz? Zu ihm spare ich mir jeden Kommentar, er könnte justiziabel sein.

Das Problem ist nicht nur, dass wir schlechte Politiker haben. Das Problem ist, dass wir dysfunktionale Strukturen haben, die auf Lügen basieren. Wir haben keine objektiven Informationen mehr. Weder von den Medien, noch von den Geheimdiensten, ja nicht einmal von der Statistik.

Ein Beispiel: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der EU beinhaltet seit Jahren Schätzungen aus Prostitution, Drogenhandel und Schwarzarbeit. Der Grund: Man hat sich die Zahlen schön gerechnet – damals in der Finanzkrise, um die Schuldenquote im Verhältnis zum BIP zu drücken und Zinsen zu senken. Das gilt auch für viele andere Bereiche, wie die Arbeitslosenzahlen. Wir haben uns alles schön gerechnet. Wir haben uns unsere Wirtschaft stark gerechnet und unsere Gegner schwach. Wir haben Feindbilder erfunden und dabei die Realität aus den Augen verloren.

Wie soll man vernünftige Entscheidungen treffen – sei es als Wähler oder als Politiker –, wenn die Datengrundlage reine Fiktion ist?

Um dieses Land und Europa wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen, müssten wir aufhören, über abstrakte identitätspolitische Themen zu diskutieren, die nur eine winzige Minderheit interessieren. Wir müssten die echten Probleme definieren.

Aber der Schaden ist immens. Wir haben im Rest der Welt so viel Vertrauen verspielt. Wir haben Verträge gebrochen (Minsk), Länder überfallen, das Völkerrecht gebogen und Völkermord durch Waffenlieferungen oder Schweigen unterstützt. Wer will denn noch einen Vertrag mit dem Westen unterzeichnen? Wir sind notorisch vertragsbrüchig.

Um dieses Vertrauen jemals wiederzuerlangen, bräuchten wir eine juristische und moralische Aufarbeitung dessen, was wir getan haben. Es wird ein langer Weg. Und bisher sind wir nicht einmal bereit, den ersten Schritt zu gehen.

Dieser Artikel erschien erstmals am 26.01.2026. Das Artikelbild ist ein Beispielbild von Wilfried Pohnke auf Pixabay.

Quelle: Progressive Stimme - Argumente, Fakten, Quellen - https://progressivestimme.de