Der Preis der Konfrontation mit Russland

Es geht um den Preis. Nicht um die hundertausende, vielleicht Millionen von Kriegsopfern, an deren Schicksal wir Mitverantwortung tragen.

Nein, es geht um den Preis, den wir darüber hinaus zahlen, um hunderte von Milliarden Euro, die Europa – und speziell Deutschland – bereits für einen Krieg gezahlt hat, den die Ukraine nach Ansicht vieler Experten längst verloren hat. Es geht um viel mehr. Es geht um die Auseinandersetzung mit Russland, von der dieser Krieg nur die blutigste Spitze ist.

Wer das Gesamtbild betrachtet, sieht, wie der Westen diesen Konflikt provoziert hat. Was als Bürgerkrieg in der Ukraine begann, in den Russland einstieg, hat sich zu einem geopolitischen Desaster für Europa entwickelt. Aber schauen wir uns die Rechnung einmal ehrlich an. Was haben wir, der Westen, für einen „Sieg“ bezahlt, der sich als unerreichbar darstellt? Eine ehrliche Bilanz ist erschreckend.

Das Geld

Milliarden sind geflossen. Teilweise in Rüstung, teilweise in die Aufrechterhaltung des ukrainischen Staatshaushalts – und ein nicht unerheblicher Teil versickerte im Sumpf der Korruption. Gleichzeitig ruinieren wir unsere eigene Wirtschaft. Wir treiben unsere Industrie in den Ruin und gefährden die Stabilität der gesamten EU. Wir haben uns verschuldet in einem Ausmaß, das künftige Generationen knebeln wird. Doch das ist nicht alles: Wir haben sauberes Pipeline-Gas gegen teures, umweltschädliches Fracking-Gas (LNG) aus den USA getauscht, das um die halbe Welt geschifft wird. Der ökologische Preis dieses Wirtschaftskrieges ist gigantisch, wird aber von den angeblichen Klimaschützern in der Regierung komplett ignoriert. Eine beispiellose ökologische Heuchelei.

Verlust von Souveränität und Sicherheit

Der wohl höchste Preis ist unsere Souveränität. Wir haben hingenommen, dass unsere wichtigste Energieversorgung, Nord Stream, durch einen Terrorakt zerstört wurde. Dass Deutschland die Aufklärung dieses Angriffs auf das eigene Eigentum faktisch verweigert und schulterzuckend hinnimmt, ist der ultimative Beweis für unser Vasallentum. Statt Sicherheit gewinnen wir neue Gefahren: Mit der geplanten Stationierung von US-Mittelstreckenraketen ab 2026 machen wir Deutschland wieder zur primären Zielscheibe und zum atomaren Schlachtfeld. Wir opfern unsere Sicherheit für fremde Interessen.

Demokratie? Wahlmanipulation als neues Normal

Was wir erleben, ist keine Verteidigung der Demokratie, sondern ihre gezielte Aushöhlung – und zwar mitten in Europa. In Rumänien greift der Staat massiv in Präsidentschaftswahlen ein, wenn das Ergebnis dem Establishment nicht passt. In Moldawien wurden Wahllokale für Ausländer extrem selektiv zugelassen: Für die riesige Diaspora in Russland gab es gerade einmal zwei Wahllokale, während in der EU unzählige eröffnet wurden, um das gewünschte Ergebnis zu erzwingen.

Doch wer glaubt, das sei weit weg, irrt. Auch in Deutschland bröckelt die Fassade. Das angestrebte Verbot der AfD zeigt die Hilflosigkeit der Etablierten. Je genauer man hinschaut, desto mehr findet man: Die nicht erfolgte vollständige Neuauszählung der Bundestagswahl in Berlin, die zufällig genau zu Ungunsten des BSW ausfiel, oder die fadenscheinige Nichtzulassung diverser AfD-Kandidaten bei Kommunalwahlen. Das sind Details, die man nur mitbekommt, wenn man nah dran ist – aber sie zeigen: Das ist nur die Spitze des Eisbergs.

Die Trümmer der Meinungsfreiheit und gesellschaftliche Spaltung

Und dann ist da der Angriff auf das freie Wort. Die Meinungsfreiheit liegt in Trümmern. Dieser Prozess begann damit, dass man faktisch verbot, russische Sender auszustrahlen und uns so die passive Meinungsfreiheit nahm. Inzwischen wird auch die aktive Meinungsfreiheit massiv beschnitten. Durch Instrumente wie den „Digital Services Act“ (DSA) übt die EU direkten Druck auf Internet-Plattformen aus, unliebsame Inhalte zu löschen. Parallel dazu wurde die Gesellschaft tief gespalten. Wer heute für Diplomatie eintritt, wird nicht mehr nur diffamiert. Nein, wer die offziellen Märchen widerlegt, muss damit rechnen, sanktioniert zu werden. Mit Folgen die der Reichacht des Mittelalters nahekommen. Der innere Frieden wurde dem Kriegsnarrativ geopfert. Und das Ganze gegen alle rechtstaatlichen Prinzipien.

Das Ende der Rechtsstaatlichkeit

Wir haben uns darüber hinaus einen Ruf in der Welt erarbeitet, der verheerend ist. Um Russland zu treffen, haben wir auch die Rechtssicherheit unseres eigenen Finanzplatzes geopfert. Wenn wir Vermögenswerte einfrieren oder konfiszieren, ohne saubere rechtliche Grundlage, schreckt das Investoren aus der ganzen Welt ab. Wer legt sein Geld noch in Europa an, wenn politische Willkür das Eigentum bedroht?

Moralische Bankrott-Erklärung

Wir treten moralisch überhöht auf, handeln aber zutiefst unmoralisch. Den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) haben wir faktisch über Bord geworfen. Als es gegen Putin ging, jubelte der Westen. Als ein Haftbefehl gegen Netanjahu beantragt wurde, drohte man dem Gericht. Die Welt sieht nun klar: Internationales Recht ist für den Westen nur ein Werkzeug, das man selektiv gegen Feinde einsetzt.

Landminen sind zurück

Errungenschaften der Zivilisation werden abgewickelt. Das Ottawa-Abkommen zur Ächtung von Landminen war ein Meilenstein. Jetzt sehen wir, wie europäische Staaten die Produktion und Verlegung dieser grausamen Waffen wieder iankündigen. Gleichzeitig demontieren wir unsere Demokratiestandards: In Rumänien sahen wir kürzlich, wie Wahlen annulliert werden, wenn das Ergebnis dem Establishment nicht passt.

Sport und Kultur diskreditiert

Wir haben Sport und Kultur zur Waffe gemacht, russische Künstler und Sportler in Sippenhaft genommen. Das Ergebnis? Wir isolieren nicht Russland, wir isolieren uns selbst vom Globalen Süden. Ob es der Nobelpreis ist der European Song Contest oder diverse Sportereignisse. Wir haben sie alle kompromitiert und damit der Bedeutungslosigkeit aufgrund von Verlogenheit anheim gestellt.

Verlorener geopolitischer Einfluss

Frankreich hat im Zuge der geopolitischen Konkurenz zu Russland seinen Einfluss in Afrika massiv eingebüßt; dort ist es besonders sichtbar, es gilt aber weiter darüber hinaus: Die Welt wendet sich von der westlichen Arroganz ab.

Massiv gestiegene Kriegsgefahr

Die Kriegsgefahr ist massiv gestiegen – und zwar nicht nur in Bezug auf Russland. Der Bestand der Europäischen Union selbst ist prekär. Wenn dieses Gebilde unter der Last seiner Widersprüche zerbricht, stehen wir vor einem Albtraumszenario: Einzelne Nationalstaaten, die wirtschaftlich ruiniert und hoch verschuldet sind, aber gleichzeitig bis an die Zähne bewaffnet. Die massive Aufrüstung, die wir gerade betreiben, schafft ein Arsenal in der Mitte Europas. Historisch gesehen führt die Kombination aus wirtschaftlicher Not, Nationalismus und vollen Waffenlagern unweigerlich zu Konflikten. Die Gefahr einer kriegerischen Auseinandersetzung innerhalb Europas ist realer geworden, als wir es uns eingestehen wollen.

Und warum das alles? – Rassismus und Hybris

Am Ende steht eine bittere Erkenntnis: All das geschah, weil wir der Meinung waren, wir müssten auf russische Sicherheitsbedürfnisse keine Rücksicht nehmen. Dahinter steckt eine tiefe Arroganz, ja purer Rassismus gegenüber den slawischen Völkern.

Das fällt uns nun auf die Füße. Wir haben alle diese Opfer mitzuverantworten, weil wir Diplomatie durch Waffenlieferungen ersetzt haben. Aber das wird die Verantwortlichen nicht interessieren. Wenn das Kartenhaus zusammenbricht, werden sich die aktuellen Politiker in gut dotierte Posten in die USA oder in Thinktanks verabschieden und behaupten, sie hätten alles richtig gemacht. Und dann werden die „Dolchstoßlegenden“ kommen: Es habe nur nicht geklappt, weil wir nicht noch mehr eskaliert haben.

Wir zahlen den Preis. Sie kassieren ab.


Zusammenfassung: Die Bilanz des Scheiterns

Hier ist die Übersicht dessen, was wir bis jetzt für diesen Konflikt geopfert haben:

  • Ungezählte Menschenleben, zerstört durch Tod, Verstümmelung, Traumatisierung und Vertreibung.
  • Wirtschaftliche Zerstörung: Deindustrialisierung, Energiekrise und extreme Verschuldung.
  • Souveränitätsverlust: Hinnahme des Terroranschlags auf Nord Stream und politisches Vasallentum sowie wirtschaftliche Abhängigkeit gegenüber den USA.
  • Sicherheitsrisiko: Neue Stationierung von US-Mittelstreckenraketen macht Deutschland zur Zielscheibe.
  • Zerfall der EU-Ordnung: Gefahr von kriegerischen Konflikten zwischen hochgerüsteten, verschuldeten europäischen Staaten.
  • Ökologische Heuchelei: Import von dreckigem US-Fracking-Gas statt sauberem Pipeline-Gas.
  • Demontage der Demokratie: Manipulation von Wahlen, Zensur durch den DSA, Einschränkung der Meinungsfreiheit und totalitäre Sanktionen gegen eigene Bürger.
  • Rechtsunsicherheit: Politisierung des Finanzsystems und Enteignungen schrecken globale Investoren ab.
  • Moralische Glaubwürdigkeit: Doppelmoral beim Völkerrecht (IStGH) und Rückkehr zu geächteten Waffen (Landminen).
  • Innerer Frieden: Diffamierung von Andersdenkenden und Spaltung der Gesellschaft.
  • Geopolitischer Einfluss: Verlust des Ansehens im Globalen Süden und Isolation Europas.

Dieser Artikel erschien erstmals am 27.12.2025. Das Beitragsbild wurde mit Gemini generiert.

Quelle: Progressive Stimme - Argumente, Fakten, Quellen - https://progressivestimme.de