Geopolitischer Selbstmord: Wenn blinder Hass den Verstand frisst

Die Ukraine attackiert russische Ölhäfen in der Ostsee, während der Nahe Osten brennt und die Straße von Hormus dicht ist. Ein Manöver, das an strategischer Dummheit schlichtweg nicht zu überbieten ist und vor allem einem schadet: den eigenen Verbündeten, die den Laden überhaupt noch am Laufen halten.

Es gibt Momente in der Weltpolitik, in denen man sich unweigerlich fragt, ob bei den Entscheidungsträgern ein kompletter kognitiver Totalausfall vorliegt. Der jüngste ukrainische Drohnenangriff auf die russischen Ölhäfen in der Ostsee ist genau so ein Moment. Wer in einer Situation, in der die Straße von Hormus faktisch gesperrt ist und der Weltmarkt ohnehin schon um jeden Tropfen Öl bettelt, gezielt globale Exportkapazitäten in die Luft jagt, der handelt nicht mutig. Der handelt schlicht und ergreifend idiotisch.

Man muss es in aller Brutalität aussprechen: Dieser Angriff ist ein gigantischer Mittelfinger in Richtung der europäischen Steuerzahler. Die Mathematik dahinter ist so simpel, dass sie selbst für absolute Laien verständlich sein sollte. Wenn das globale Ölangebot durch den Flächenbrand im Nahen Osten ohnehin schon um bis zu 20 Prozent dezimiert ist, treibt jeder weitere Tropfen, der vom Markt verschwindet, die Preise in astronomische Höhen.

Indem Kiew bis zu 40 Prozent der russischen Ostsee-Exportkapazitäten lahmlegt, trifft es nicht etwa Wladimir Putin ins Mark. Im Gegenteil: Russland verkauft nun zwar physisch weniger Öl über diesen Weg, streicht aber durch die resultierende globale Preisexplosion für den Rest seiner Exporte derart hohe Preise ein, dass sich der Kreml die Hände reibt.

Der eigentliche Verlierer sitzt in Europa. Es sind Länder wie Deutschland, die den Weltmarktpreis zahlen müssen. Wir sprechen hier von einem importierten Preisschock, der jeden Tag Dutzende Millionen Dollar unproduktiv aus unserer Volkswirtschaft absaugt. Gerade jetzt, wo wir nach dem längst überfälligen Ende der fatalen Ampelregierung Anfang 2025 dringend wirtschaftliche Erholung und bezahlbare Energie brauchen, importieren wir durch dieses Manöver die nächste Deindustrialisierungswelle und Inflation. Es ist ein wirtschaftlicher Suizid auf Raten.

Doch es ist nicht nur ein ökonomisches Desaster, es ist auch psychologisch an Dummheit kaum zu überbieten. Wie verbohrt, wie blind vor reinem Hass muss man sein, um die exakt selbe Infrastruktur des globalen Marktes anzugreifen, die das wirtschaftliche Überleben der eigenen Unterstützer sichert?

Die europäische und amerikanische Bereitschaft, Kiew weiterhin mit Milliarden zu alimentieren, sinkt ohnehin rapide. Wenn nun die Bürger und Unternehmer im Westen realisieren, dass ihre explodierenden Tankrechnungen, ihre unbezahlbaren Heizkosten und ihre wegbrechenden Industriejobs die direkte Konsequenz eines ukrainischen PR-Stunts in der Ostsee sind, wird die Stimmung endgültig kippen. Wer seinen eigenen Verbündeten sehenden Auges derart massiv schadet, darf sich nicht wundern, wenn diese Verbündeten bald den Geldhahn zudrehen.

Blinder Hass hat noch nie zu rationalen Entscheidungen geführt. Dieser Angriff ist der beste, oder besser gesagt der traurigste Beweis dafür. Es ist eine Politik der verbrannten Erde, die am Ende nicht Moskau, sondern Berlin, Paris und Washington in die Knie zwingt. Andererseits: Es ist ja nicht das erste Mal. Nachdem die Ukraine und die USA (und vielleicht Polen) unsere Nord-Stream Pipeline weggesprengt haben, hat ihnen unsere Regierung (und zwar sowohl die alte, als auch die aktuelle) mit ihrem Mangel an Reaktionen klar gemacht, dass sie nicht mit Konsequenzen rechnen müssen. Dummheit scheint in diesen Tagen nicht nur die politische Richtschnur in Kiew zu sein, auch in Brüssel, Washington, Paris, Berlin und London kann man davon ein Lied singen, aber das ist eine andere Geschichte.

Dieser Artikel erschien erstmals am 27.03.2026. das Artikelbild ist ein Beispielbild von Thomas Mühl auf Pixabay.

Quelle: Progressive Stimme - Argumente, Fakten, Quellen - https://progressivestimme.de