Die 90-Milliarden-Falle: Wie Europa seine Zukunft verspielt und Peking triumphiert

Eine Einschätzung zur Lage im Ukraine-Krieg

Die Ereignisse überschlagen sich, und was die EU gemeinsam mit Großbritannien gerade beschlossen hat, ist nichts weniger als eine finanzpolitische Bankrotterklärung mit Ansage. Vergessen Sie die alten Debatten über kleinere Summen – jetzt geht es ums Ganze. Vor wenigen Tagen wurde ein neuer Kredit in Höhe von gigantischen 90 Milliarden Euro vereinbart, der der Ukraine zur Verfügung gestellt werden soll.

Offiziell heißt es, man wolle die eingefrorenen russischen Gelder – immerhin rund 200 Milliarden Euro – nicht direkt antasten. Aber das ist Augenwischerei. Faktisch wurde beschlossen, dieses russische Vermögen unbefristet einzufrieren. Es dient als indirekte Sicherheit und soll erst freigegeben werden, wenn Russland einem Diktatfrieden zustimmt, der Reparationen beinhaltet.

Das ist nichts anderes als Diebstahl durch die Hintertür. Und dieser Schritt wird uns teuer zu stehen kommen – viel teurer als die 90 Milliarden, die wir jetzt ins Feuer werfen.

Der Flächenbrand für den Finanzstandort Europa

Russland mag sein Geld zurückwollen, aber Moskau hat keine Eile. Der Kreml sieht genüsslich zu, wie wir uns selbst demontieren. Denn was hier passiert, ist ein fatales Signal an die gesamte Welt: Euer Geld ist in Europa nicht sicher, wenn eure Regierung politisch nicht genehm ist.

Das betrifft längst nicht mehr nur London oder Frankfurt. Wir reden hier über die gesamte EU. Ob Paris, Rom, Mailand oder Amsterdam – das Vertrauen in diese Finanzplätze erodiert in rasendem Tempo. Investoren aus dem globalen Süden, aus den BRICS-Staaten oder dem arabischen Raum werden sich künftig dreimal überlegen, ob sie ihr Kapital der Jurisdiktion von Staaten anvertrauen, die Eigentumsrechte nach tagespolitischer Wetterlage auslegen. Der wirtschaftliche Schaden durch diese Kapitalflucht wird über die nächsten Jahre gigantisch sein und die Summe der eingefrorenen russischen Gelder bei weitem übertreffen.

Die Sackgasse: Eskalation als einziger Ausweg

Mit diesem neuen 90-Milliarden-Kredit und der faktischen Enteignung russischer Zinserträge haben sich die EU und Großbritannien in eine ausweglose Lage manövriert. Sie haben sich „all in“ begeben.

Würden die Verantwortlichen jetzt akzeptieren, dass der Krieg verloren ist, stünden sie vor einem Scherbenhaufen. Die Staaten haften für diese Milliarden, die Politiker haften politisch, und womöglich droht ihnen sogar juristische Verfolgung. War das alles legal? Durften sie unsere Volkswirtschaften für einen verlorenen Krieg riskieren? Wenn das eines Tages aufgearbeitet wird, sieht es für die aktuelle Elite düster aus.

Deshalb bleibt ihnen nur noch die Flucht nach vorn: Eskalation um jeden Preis. Obwohl es an der Front für die Ukraine katastrophal aussieht, versuchen sie, den Konflikt auszuweiten – etwa durch Angriffe auf Schiffe von Drittstaaten oder die direkte Involvierung durch Zieldaten für weitreichende Waffen. Das zynische Kalkül: Man hofft auf eine Eskalation, die so heftig ist, dass die USA gar nicht anders können, als direkt einzugreifen.

Warum China der lachende Dritte ist

Die USA wollen sich eigentlich auf China konzentrieren und zündeln im Pazifik. Aber hier liegt der strategische Fehler: Warum sollte Peking zuschauen, wie der Westen Russland niederringt?

China weiß: Wenn Russland fällt, sind sie als Nächstes dran. Es ist im elementaren Interesse Pekings, Russland zu stützen. Und das tun sie längst – sei es wirtschaftlich oder militärisch über ihren Stellvertreter Nordkorea. Dazu kommt der wirtschaftliche Aspekt: Russland ist mittlerweile, nach Kaufkraftparität, eine der führenden Wirtschaftsnationen und hat Deutschland überholt. Doch viel wichtiger ist der Kapitalfluss: Die Investoren, die sich wegen der unsicheren Rechtslage von Europa (und den USA) abwenden, gehen fast automatisch nach China. Der Vertrauensverlust des Westens ist ein direkter Gewinn für Peking.

Das strategische Patt

China wird sich so lange zurückhalten, wie Russland stabil steht. Aber sollte Moskau wanken (wonach es derzeit überhaupt nicht aussieht), wird Peking eingreifen, um eine Niederlage zu verhindern. Die Logik ist simpel: Solange die NATO und die EU in der Ukraine gebunden sind und sich dort wirtschaftlich und militärisch ausbluten, hat China Ruhe und kann seine Position im globalen Süden ausbauen.

Das Fazit ist bitter: Wir können diesen Krieg nicht gewinnen. Die Ukraine hat faktisch längst verloren. Mit dem neuen 90-Milliarden-Paket verlängern wir nur das Leiden und ruinieren dabei unsere eigene wirtschaftliche Basis und Glaubwürdigkeit für Generationen. Wir finanzieren unseren eigenen Abstieg, während in Peking die Sektkorken knallen.

Dieser Artikel erschien erstmals am 21.12.2025. Das Artikelbild wurde von Gemini generiert.

Quelle: Progressive Stimme - Argumente, Fakten, Quellen - https://progressivestimme.de