Am 28. Februar 2026 begann mit der „Operation Epic Fury“ ein völkerechtswidriger Angriffskrieg der USA und Israels gegen den Iran, der die herkömmlichen Koordinaten der internationalen Sicherheitspolitik sprengt. Während B-2-Tarnkappenbomber und präzisionsgesteuerte Drohnenschwärme die technologische Speerspitze der Moderne repräsentieren, greift die begleitende Rhetorik tief in das Arsenal mittelalterlicher Glaubenskriege. Es stellt sich die dringende Frage: Erleben wir hier eine rationale, wenn auch aggressive Geopolitik, oder ist dieses Blutvergießen die bewusste Inszenierung einer apokalyptischen Vision? Die Anzeichen für eine theokratische Unterwanderung des US-Machtapparates sind mittlerweile so zahlreich, dass sie sich nicht mehr als bloße Folklore abtun lassen.
In den letzten Tagen gab es immer mehr Hinweise darauf, dass Teile der US-Adminstration diesen Krieg als heiligen Krieg betrachten. Der konkrete Anlass für diesen Artikel war dann ein Video von Pascal Lottaz, welches ich unten verlinke. Auch in diesem Video wird argumentiert, dass es deutliche Hinweise darauf gibt, dass sich aus Sicht einiger Führungspersönlichkeiten um einen „heiligen Krieg“ handelt, dessen Ziel das Herbeiführen des Armageddon sei. Ich habe zur Vorbereitung dieses Artikels zwei KI Recherchen durchgeführt, die als Anlage beiliegen. Deren Ergebnisse bestätigen die Aussagen von Pascal Lottaz.
Das Fazit der KI (Perplexity) lautet: „Die Frage, ob Teile der US-Regierung und hochrangige Militärs den Krieg als Religionskrieg „begreifen“, wird durch diese Belege affirmativ beantwortet. Sie begreifen den Krieg nicht nur als einen, sondern stellen ihn aktiv als einen dar, sowohl in ihren öffentlichen Äußerungen als auch in ihren Befehlen an Truppen.“
Eine andere KI (Claude) komtm zu fongendem Schluss: „Die Beweislage lässt mehrere Schlüsse zu. Erstens gibt es unbestreitbare Belege, dass hochrangige Regierungsmitglieder – vor allem Hegseth, aber auch Pompeo, Huckabee und evangelikale Berater – den Iran-Konflikt in religiösen Kategorien sehen und formulieren. Hegseths Pentagon-Gottesdienste, The Columbian seine Kreuzzugssymbolik und die Einladung Doug Wilsons CNN sind dokumentierte Fakten, keine Interpretationen. Common Dreams +2
Zweitens zeigen die MRFF-Beschwerden, dass die religiöse Rahmung nicht auf politische Eliten beschränkt bleibt, sondern bis in Kampfeinheiten reicht – mit Kommandeuren, die den Krieg als göttlichen Plan und Trump als von Jesus gesalbten Auslöser von Armageddon darstellen. MS NOW +4 Die Zahl und Breite der Beschwerden (über 200, von 50 Standorten, allen Teilstreitkräften) deuten auf ein systemisches Phänomen hin, nicht auf isolierte Einzelfälle. Newsweek +2
Drittens besteht eine jahrzehntelange theologische und organisatorische Infrastruktur – von CUFI über Capitol Ministries bis zur NAR –, die den Iran als endzeitlichen Feind identifiziert und aktiv auf eine Konfrontation hingearbeitet hat. Diese Infrastruktur hat direkten Zugang zum Weißen Haus und zum Pentagon. People ForRaw Story
Gleichzeitig muss differenziert werden: Nicht alle Iran-Falken sind religiös motiviert. Rubios Rhetorik ist primär strategisch, JD Vance argumentiert vorrangig sicherheitspolitisch. NBC NewsAOL Die offiziellen Kriegsbegründungen – Verhinderung iranischer Atomwaffen, Schutz amerikanischer Soldaten – sind säkular formuliert. Und Trumps eigene Motivation scheint eher machtpolitisch als theologisch zu sein, auch wenn er evangelikale Unterstützung bewusst pflegt und religiöse Sprache instrumentell einsetzt.
Schlussfolgerung
Die Frage, ob relevante Teile der US-Regierung den Iran-Krieg als Religionskrieg begreifen, lässt sich Stand März 2026 nicht mit einem einfachen Ja oder Nein beantworten – aber die Evidenz ist erheblich und beunruhigend. Der Verteidigungsminister selbst hat das Pentagon in eine Stätte christlich-nationalistischer Gottesdienste verwandelt, MS NOW +4 Hunderte von Soldat:innen berichten über apokalyptische Rhetorik ihrer Kommandeure, MS NOW +4 und ein mächtiges Netzwerk evangelikaler Organisationen mit Millionen Anhängern feiert den Krieg als Erfüllung biblischer Prophezeiung. Waging NonviolenceAnalyst News Die theologische Logik ist dabei erschreckend kohärent: In der dispensationalistischen Weltsicht muss der Iran – als biblisches Persien – fallen, damit die Endzeit-Chronologie voranschreiten kann. Antiwar +2 Dass diese Überzeugung bei Menschen zu finden ist, die über Atomwaffen, Bombenangriffe und das Schicksal von Millionen entscheiden, ist keine Randnotiz der aktuellen Krise. Es ist ihr vielleicht gefährlichster Unterstrom.“
Der „Crusader“ im Pentagon: Pete Hegseths theokratische Neuausrichtung
An der Spitze dieser Entwicklung steht ein Mann, der die Transformation vom Verteidigungsministerium zum „War Department“ bereits begrifflich vollzogen hat: Pete Hegseth. Der „Secretary of War“ trägt seine Weltanschauung als permanentes Manifest auf der Haut – ein Jerusalemkreuz auf der Brust und das „Deus Vult“ der Kreuzfahrer auf dem Arm. Doch seine Neuausrichtung reicht weit über Symbolik hinaus. Hegseth hat das Pentagon institutionalisiert religiös umgestaltet, indem er monatliche Gottesdienste einführte, die über das interne Fernsehnetz in alle Büros des Ministeriums ausgestrahlt werden.
Kurz vor Kriegsbeginn, am 17. und 18. Februar 2026, erreichte diese Entwicklung einen vorläufigen Höhepunkt, als Hegseth den theokratischen Pastor Doug Wilson ins Pentagon-Auditorium einlud. Wilson, ein bekannter Befürworter einer christlichen Theokratie und Apologet historischer Sklaverei, betete dort für eine „Black-Swan-Reformation“ innerhalb der militärischen Führung. In seinem Werk American Crusade lässt Hegseth keinen Zweifel an seiner Mission: Der Islam wird dort nicht als Religion, sondern als existenzielle Bedrohung markiert, die es „biblisch“ zu bekämpfen gilt.
„Dies ist genau der Ort, an dem ich sein muss, und ich denke, genau der Ort, an dem wir als Nation sein müssen – im Gebet, auf den Knien, in Anerkennung der Vorsehung unseres Herrn und Erlösers Jesus Christus.“ (Pete Hegseth beim ersten Gottesdienst im Pentagon)
Armageddon als Einsatzbefehl: Wenn Kommandeure die Endzeit predigen
Diese Sakralisierung der Gewalt sickert unaufhaltsam in die unteren Ränge durch. Die Military Religious Freedom Foundation (MRFF) unter Mikey Weinstein dokumentiert mittlerweile über 200 Beschwerden von Soldaten, die von einer systemischen religiösen Indoktrination berichten. Ein besonders verstörender Vorfall ereignete sich am 2. März 2026: Ein Kommandeur eröffnete ein Einsatzbriefing mit der Behauptung, Präsident Trump sei „von Jesus gesalbt“, um im Iran das „Signalfeuer für Armageddon“ zu entzünden.
Laut Berichten trug der Offizier dabei ein „breites Grinsen“, während er die Vernichtung des Irans als notwendigen Katalysator für die Wiederkunft Christi darstellte. Der Widerstand dagegen kommt nicht nur von Säkularisten: Ein christlicher Unteroffizier reichte im Namen einer religiös diversen Gruppe – darunter ein Jude und ein Muslim – Beschwerde ein. Er warnte davor, dass dieser Fanatismus die verfassungsmäßige Einheit und die Moral der Truppe aktiv zersetzt. Hier wird deutlich: Wenn der Vorgesetzte die Endzeit predigt, wird der Eid auf die Verfassung durch den Gehorsam gegenüber einer privaten Eschatologie ersetzt.
Die „Esther-Strategie“ und das biblische Persien
Hinter der strategischen Fassade von Akteuren wie Mike Pompeo und Marco Rubio operiert ein „prämillennialistischer Endzeit-Obsessionismus“. In dieser Weltsicht ist der Iran kein moderner Nationalstaat, sondern das biblische „Persien“ aus den Büchern Hesekiel (38–39) und Esther. Der Dispensationalismus sieht in der Vernichtung Persiens durch eine göttlich sanktionierte Macht eine zwingende Voraussetzung für die „Entrückung“ der Gläubigen.
Das Bild von Mike Pompeos Schreibtisch im State Department – eine aufgeschlagene Bibel beim Buch Esther, markiert durch ein Schweizer Taschenmesser – ist die perfekte Metapher für diese Politik. Es ist die „Esther-Strategie“: Die Identifikation Trumps mit einer biblischen Figur, die berufen ist, das jüdische Volk vor einer persischen Vernichtung zu retten. Für diese Entscheidungsträger ist die Eskalation kein Risiko, das es zu managen gilt, sondern ein prophetischer Meilenstein, der die Welt näher an das göttliche Finale rückt.
Der Dritte Tempel und das Ende der Rationalität
Der radikalste Bruch mit der Vernunft zeigt sich in der Unterstützung für den Wiederaufbau des Dritten Tempels auf dem Tempelberg. Pete Hegseth bezeichnete dieses Ziel bereits 2018 als ein mögliches „Wunder“. Innerhalb der eschatologischen Infrastruktur der US-Führung wird die Beseitigung der Al-Aqsa-Moschee als notwendiger Schritt für die Endzeit betrachtet. Tucker Carlson warnte in diesem Kontext bereits vor „False Flag“-Aktionen, bei denen man die Zerstörung des islamischen Heiligtums dem Iran zuschieben könnte, um den totalen Religionskrieg zu entfachen.
Pascal Lottaz sagt auf seinem Youtube-Kanal „Neutrality Studies“ sinngemäß: Hier verlassen wir endgültig den Bereich des Clausewitzschen Realismus. Wenn der Krieg nicht mehr ein Mittel ist, um politische Ziele zu erreichen, sondern um das Ende der Welt herbeizuführen, verliert jede herkömmliche Diplomatie ihre Wirkung. Der Krieg wird selbst zum Ziel, die Zerstörung zur heiligen Pflicht.
Die menschlichen Kosten der Prophezeiung
Die Konsequenzen dieser theologischen Verblendung sind blutig und real. Der Angriff auf eine Mädchengrundschule in Minab, bei dem 165 Kinder starben, wird in dieser Logik nicht als Tragödie, sondern als Teil von „Gottes Plan“ rationalisiert. Hegseths Rhetorik, wonach der Krieger im Kampf für seinen Schöpfer „ewiges Leben“ finde, macht die Tötung von Zivilisten für die Täter psychologisch unschädlich. Wenn der Gegner als „besessen“ oder „heidnisch“ definiert wird, bricht jedes völkerrechtliche Hemmnis weg.
Dies zeigt sich auch in der gezielten Tötung von Ali Khamenei. Während selbst Diktatoren wie Saddam Hussein formalen Prozessen unterzogen wurden, markiert die außergerichtliche Exekution eines religiösen und staatlichen Oberhauptes den völligen Abbruch aller rationalen diplomatischen Brücken. Es ist der Übergang zum totalen Vernichtungskrieg.
„Wenn Fanatismus und Kriegsmaschinerie verschmelzen, entstehen keine kleinen Bäche, sondern Ozeane von Blut.“ (Mikey Weinstein, MRFF)
Ein Ausblick in den Abgrund
Die „Operation Epic Fury“ ist die Manifestation einer tief sitzenden theologischen Infrastruktur in den USA, die sich über Jahrzehnte in die Schaltzentralen der Macht vorgearbeitet hat. Wir haben es nicht mehr mit einer Regierung zu tun, die nationale Interessen gegen Risiken abwägt. Wir haben es mit einer Führung zu tun, die den Weltuntergang nicht fürchtet, sondern ihn als Verheißung aktiv herbeiführt.
Wenn eine Atommacht ihre militärische Stärke nicht mehr zur Erhaltung der Ordnung, sondern zur Erfüllung apokalyptischer Erwartungen einsetzt, versagen alle Instrumente der klassischen Realpolitik. Wie kann die Weltgemeinschaft eine Macht eindämmen, für die der nukleare Abgrund kein Szenario der Abschreckung, sondern die Schwelle zum Paradies ist?
Dieser Artikel erschien erstmals am 06.03.2026. Das Artikelbild ist ein Beispielbild, welche KI generiert wurde. Der Artikel inspiriert durch das folgende Video: https://youtu.be/hTWH-JS9J9M?si=-TGXsxRRCrXKJ3Xq.
Zur Vorbereitung für dieses Video wurden KI Recherchen durchgeführt, deren Ergebnisse hier bereitstehen.
Quelle: Progressive Stimme - Argumente, Fakten, Quellen - https://progressivestimme.de