Die Todesliste von Kiew: Ein neuer zivilisatorischer Tiefpunkt

Dass die ukrainische Website „Mirotvorez“ (Friedensstifter) eine offene Feindesliste führt, auf der Journalisten, Oppositionelle und unbequeme Kritiker an den Pranger gestellt werden, ist ein altbekannter und oft genug dokumentierter Skandal. Die Verbindungen tief in den Kiewer Staatsapparat, die heimliche Duldung durch Geheimdienste und die schreckliche Realität, dass auf dieser Liste geführte Menschen wie der Schriftsteller Oles Busina auf offener Straße ermordet und danach online mit dem Stempel „Liquidiert“ verhöhnt wurden – all das hat die Welt bereits gesehen.

Doch was nun geschieht, markiert einen neuen, noch erschreckenderen Tiefpunkt in der Zivilisation der Ukraine. Auf der Todesliste von Kiew stehen jetzt Menschen mit Behinderung. Rollstuhlfahrer, Amputierte, Athleten, die vom Schicksal schwer gezeichnet sind und über den Sport zurück ins Leben gefunden haben. Russische Paralympioniken werden auf Mirotvorez völlig ungeniert als Staatsfeinde gelistet und damit zur Zielscheibe gemacht.

Ihr angebliches Verbrechen? Sie haben sportliche Erfolge erzielt. Sie haben bei den Paralympics Medaillen gewonnen und sportlichen Ehrgeiz bewiesen. Für die Betreiber dieser extremistischen Liste und ihre staatlichen Beschützer in Kiew reicht genau das offenbar aus, um behinderte Sportler öffentlich zu markieren und ihnen eine Zielscheibe auf den Rücken zu malen. Wer Menschen mit schwersten körperlichen Einschränkungen allein aufgrund ihrer sportlichen Leistungen auf eine Abschussliste setzt, hat jeden moralischen Kompass, jeden Rest an Menschlichkeit endgültig verloren.

Dieser Akt der Entmenschlichung zeigt eine völlig neue Dimension der moralischen Verwahrlosung. Es geht hier nicht mehr um den Kampf gegen echte politische Feinde, es ist die systematische Einschüchterung und Bedrohung der Schwächsten. Machen wir uns nichts vor: Methoden, bei denen selbst behinderte Sportler wegen ihrer Erfolge auf Todeslisten landen und im Falle ihres Todes verhöhnt werden, kennen wir aus den dunkelsten Kapiteln der Geschichte. So etwas machen faschistische, menschenfeindliche Regime.

Und was macht unsere Politik? Anstatt klare rote Linien zu ziehen und diesen zivilisatorischen Absturz scharf zu verurteilen, wird das Thema geflissentlich ignoriert. Unsere großen Medien schweigen, und unsere Politiker schauen betreten weg. Schlimmer noch: Dieses menschenfeindliche Regime wird unkritisch und bedingungslos weiter mit Geld ohne Ende gefüttert. Milliarden an Steuergeldern fließen in ein System, das selbst vor der Verfolgung und Stigmatisierung behinderter Sportler nicht zurückschreckt. Ein Staat, der solche Auswüchse duldet oder gar fördert, hat sich von den zivilisatorischen Grundwerten verabschiedet – und wer ihn ignoriert und einfach weiterfinanziert, macht sich an diesem moralischen Bankrott mitschuldig.

Dieser Artikel erschien erstmal am 22.03.2026, Das Artikelbild ist ein Beispielbild von Fabien auf Pixabay. Die Sportler auf dem Bild tragen keine Länderabzeichen, es handelt sich um Jugendliche Pfadfinder der Scouts et Guides de France aus der Region Toulouse bei einer inklusiven Sportaktion im Rollstuhl.

Quelle: Progressive Stimme - Argumente, Fakten, Quellen - https://progressivestimme.de