Wenn wir von Kriegsgewinnlern reden, dann ist landläufig die Meinung, dass dies Personen oder Konzerne sind, die zum Beispiel durch die Rüstungsindustrie oder in anderer Form direkt am Krieg verdienen. Und das ist zweifellos auch so. Während der breite Markt bei geopolitischen Verwerfungen oft verunsichert ist, existiert eine Ebene von Rüstungs- und Technologieunternehmen, die systematisch von militärischen Eskalationen profitieren. Aber mittlerweile hat sich dieses Phänomen dramatisch weiter ausgebreitet.
Dass es Personen gibt, die mit Informationen spekulieren und daraus Gewinne erzielen, ist wahrscheinlich auch nichts Neues. Früher war dies aber wenigen Personen in den obersten Zirkeln der Macht vorbehalten. Mittlerweile scheint dieses Phänomen auf immer mehr Akteure überzugreifen. Es gibt dezentrale Krypto-Prognosemärkte wie Polymarket oder Kalshi, bei denen man auf verschiedenste politische und geopolitische Ereignisse wetten kann. Die Dimensionen, die hier bewegt werden, sind gigantisch: Allein auf das exakte Timing der US-israelischen Luftschläge gegen den Iran wurden auf Polymarket Verträge im Wert von unfassbaren 529 Millionen US-Dollar gehandelt.
Es gibt erdrückende, empirische Belege dafür, dass diese Plattformen intensiv genutzt werden, um Insider-Informationen zu Geld zu machen. Vor größeren geopolitischen Verwerfungen haben einzelne Akteure beträchtliche Summen eingesetzt und exorbitante Gewinne eingefahren. Ein frühes Beispiel war die geheime US-Militäroperation zur Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro im Januar 2026. Ein anonymer Händler eröffnete erst wenige Tage vor dem Zugriff ein neues Konto und setzte völlig entgegen dem allgemeinen Marktkonsens rund 30.000 bis 32.000 US-Dollar auf die zeitnahe Absetzung. Sein erzielter Gewinn belief sich auf über 400.000 US-Dollar.
Noch weitaus gravierender zeigt sich dies beim völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Israels und der USA gegen den Iran im Februar 2026 („Operation Epic Fury“). Es ist nicht nur damit zu rechnen, es ist belegt, dass us-amerikanische und israelische Akteure ihr Vorabwissen zu Geld gemacht und dabei Staatsgeheimnisse verraten haben. Ein Nutzer mit dem Pseudonym „MAGA my man“ platzierte exakt 71 Minuten vor dem Einschlag der allerersten Raketen in Teheran eine Wette von 87.000 US-Dollar auf einen unmittelbar bevorstehenden Krieg. Nach der Bestätigung des Angriffs realisierte er einen Gewinn von über 515.000 US-Dollar. Gleichzeitig identifizierten Forensiker ein ganzes Netzwerk von sechs neu erstellten Konten, die innerhalb von 24 Stunden vor dem militärischen Schlag mit Kryptowährungen befüllt wurden. Diese koordinierten Akteure extrahierten aus ihrem tödlichen Vorabwissen knapp eine Million US-Dollar Profit.+4
Der Iran steht dem im Übrigen in nichts nach. Auch hier gibt es klare Belege dafür, dass staatliche Insider abkassieren, indem sie ihr eigenes Wissen zu Geld machen. Die Islamische Republik operiert international über ein hochkomplexes globales Schattenbankensystem. In Kombination mit der Nutzung von Kryptowährungen bietet dies dem iranischen Staat das ideale technologische Vehikel, um anonymisierte spekulative Wetten zu platzieren. So stellt die Generierung von Kapital durch vorab getätigte Finanzwetten auf eigene Angriffe eine ebenso logische wie zynische Erweiterung der asymmetrischen Kriegsführung dar.
Doch mittlerweile hat sich das Rad noch ein fataleres Stück weitergedreht. Es geht nicht mehr nur um das passive Ausnutzen von Wissen. Mittlerweile versuchen Wettteilnehmer, die physische Realität und Informationen aktiv zu manipulieren. So gab es am 10. März 2026 den Fall des israelischen Militärkorrespondenten Emanuel Fabian, der für die Zeitung „Times of Israel“ arbeitet. An diesem Tag schlug eine iranische Rakete nahe der Stadt Beit Shemesh ein. Auf Polymarket existierte zu diesem Vorfall ein Wett-Vertrag, auf den mehr als 14 Millionen US-Dollar gesetzt worden waren. Nachdem Fabian routinemäßig über den tatsächlichen Raketeneinschlag berichtet hatte, sah er sich einer massiven Kampagne von Einschüchterung und Morddrohungen ausgesetzt. Verzweifelte Wettende, die um ihre Millionen fürchteten, forderten den Reporter unter der Androhung des Todes ultimativ auf, seine Berichterstattung umzuschreiben. Er sollte fälschlicherweise behaupten, es habe sich lediglich um abgefangene Trümmerteile gehandelt. Die Änderung sollte einzig und allein erfolgen, damit die Wette zugunsten der Erpresser entschieden würde.
Es bedarf nur noch eines gewissen, gesunden Menschenverstandes, sich diese Geschichte konsequent zu Ende zu denken. All die forensischen Informationen, Marktmetriken und Analysen, die hier in diesem Artikel verwendet werden, sind öffentlich verfügbar. Es sind keine geheimdienstlichen Dossiers, sondern Daten, die mit einfachen Recherchen nachzuvollziehen sind. Wenn das also schon der öffentliche, belegbare Teil ist, dürfte das wie bei einem Eisberg sein: Man sieht nur die Spitze.
Tatsächlich ist zwingend damit zu rechnen, dass im Hintergrund nicht nur Gewinne mit Insiderinformationen gemacht werden, die zufällig da sind. Es werden gezielt Insiderinformationen und Krisen geschaffen, um Gewinne zu machen. Wenn Prognosemärkte durch gezielt platzierte Millionenbeträge manipuliert werden, um den Anschein eines drohenden Krieges zu erwecken, greifen sie aktiv in den psychologischen Verhandlungsprozess von Kriegen ein. Dies kann politische Entscheidungsträger massiv unter Druck setzen oder gegnerische Militärplaner sogar dazu verleiten, die Bedrohung als real einzustufen und präventiv zuzuschlagen. Es ist absolut naheliegend, dass geopolitische Streitigkeiten – ja ganze Kriege – angezettelt und eskaliert werden, um diese derivativen Wettmärkte gewinnbringend auszuschlachten.+2
Dass Kriege aus reinen wirtschaftlichen Interessen und Profitgier geführt werden, ist historisch gesehen wirklich nichts Neues. Allerdings macht es das nicht besser. Es ist heutzutage nur durch dezentrale Blockchains und Krypto-Wettbüros auf eine unverschleierte und erschreckend präzise Art belegbar geworden.
Dieser Artikel erschien erstmals am 25.04.2026. Das Artikelbild ist ein Beispielbild, es wirde mit Gemini generiert.
Zur Vorbereitung dieses Artikels wurden KI Recherchen durchgeführt, die hier zur Verfügung stehen.
Quelle: Progressive Stimme - Argumente, Fakten, Quellen - https://progressivestimme.de