Der ferngesteuerte Krieg: Warum moderne Waffenkäufer nur noch Marionetten sind

Wer glaubt, moderne Waffensysteme zu kaufen, der irrt. Wir leben in einer Zeit, in der man nicht einmal mehr seinen Staubsauger wirklich besitzt. Sicherheitsforscher haben längst nachgewiesen, dass Saugroboter über das Internet gehackt, ferngesteuert und lahmgelegt werden können. Wenn schon ein Haushaltsgerät für 500 Euro über einen „Kill Switch“ oder eine Fernsteuerung verfügt, wäre es grob fahrlässig – ja geradezu naiv – anzunehmen, dass hochkomplexe Waffensysteme für Milliardenbeträge diese Funktionen nicht besitzen.


Die Realität ist ernüchternd: Wer heute US-Waffen kauft, kauft keine Souveränität, sondern eine extrem teure Eintrittskarte in ein technisches Vasallentum.

Moderne Kriegswaffen werden faktisch immer nur mit dem permanenten Einverständnis des Herstellers eingesetzt. Ein Kampfjet wie die F-35 ist physisch vielleicht im Hangar des Käufers, operativ gleicht er aber eher einer Software-Lizenz, die täglich validiert werden muss. Ohne den ständigen „Handshake“ mit den Servern des Herstellers (Systeme wie ALIS oder ODIN) verliert das Flugzeug rapide an Kampfwert, kann Bedrohungen nicht mehr erkennen oder bleibt schlicht am Boden. Es braucht gar keinen roten Knopf wie im Hollywood-Film. Es reicht, dem System die digitale Luft zum Atmen abzudrehen – sei es durch verweigerte Software-Updates oder gesperrte Ersatzteillieferungen.

Der Käufer hat den Finger am Abzug, aber der Hersteller entscheidet, ob die Waffe überhaupt scharf ist. Die teuerste Armee der Welt wird zur Marionette derer, die den Code schreiben. Und wir zahlen auch noch Milliarden für dieses Marionettendasein.

Diese technische Omnipotenz bringt die Herstellerländer in eine moralische und rechtliche Zwickmühle, aus der sie sich nicht mehr herausreden können. Wenn die US-Regierung technisch in der Lage ist, den Einsatz einer Waffe in einem völkerrechtswidrigen Krieg zu verhindern, dies aber unterlässt, macht sie sich der Beihilfe schuldig.

Nehmen wir konkrete Szenarien: Wenn eine F-35 Saudi-Arabiens Ziele im Jemen bombardiert oder Israel Waffen im Gazastreifen einsetzt, geschieht dies mit dem stillschweigenden technischen Segen Washingtons. Ähnlich wie Drohnen, die per „Geofencing“ in bestimmten Zonen (wie Flughäfen) einfach nicht starten, könnten auch moderne Kampfflugzeuge und Artilleriesysteme geographisch beschränkt werden. Wir haben es in der Ukraine gesehen: Dort wurden HIMARS-Systeme von den USA so modifiziert, dass sie russisches Kernland nicht beschießen konnten.

Wenn Washington also nicht damit einverstanden wäre, dass ein Völkermord stattfindet, könnten sie die Waffen wirkungslos machen. Tun sie es nicht, sind sie keine neutralen Lieferanten mehr, sondern Mittäter durch unterlassen.

Wie brisant diese Abhängigkeit ist, zeigt der aktuelle Konflikt um Grönland. Die USA drohen offen mit der Übernahme der Insel, und Dänemark hat klargestellt: Wir lassen uns das nicht gefallen, unser Schießbefehl gilt. Doch womit würde Dänemark im Ernstfall schießen?

Das dänische Militär ist hochgerüstet mit US-Technologie. Es ist ein offenes Geheimnis, dass diese Waffen gegen ihren eigenen Hersteller wertlos wären. Glaubt irgendjemand ernsthaft, eine US-Rakete würde ein US-Flugzeug abschießen? Die Zielerfassungssoftware würde den „Feind“ als „Freund“ identifizieren und den Dienst verweigern. Sollte es tatsächlich zu einer militärischen Konfrontation kommen, stünde Dänemark quasi nackt da – entwaffnet durch die eigene Beschaffungspolitik. Nur mit dem Knüppel in der Hand lässt sich Grönland nicht verteidigen.

Die Schlussfolgerung für den globalen Rüstungsmarkt ist dramatisch. Das Vertrauen in die USA ist außerhalb des engen westlichen Zirkels auf einem Tiefpunkt. Kein Staat, der bei Verstand ist, wird sich in Zukunft noch in eine solche Abhängigkeit begeben wollen.

Das Ergebnis ist eine Spaltung der Welt. Länder werden sich zunehmend Anbietern zuwenden, die „weniger Fragen stellen“ und „weniger Kontrolle“ versprechen – sei es China, Russland oder die Türkei, die mit ihren Drohnen genau diese Marktlücke füllen. Doch auch hier ist Vorsicht geboten: Niemand kann bei der heutigen Komplexität sicher sein, dass nicht doch irgendwo im Code eine „Backdoor“ schlummert.

Am Ende bleibt eine harte Erkenntnis: Wirkliche Souveränität über Krieg und Frieden werden in Zukunft nur noch die wenigen Länder haben, die in der Lage sind, ihre komplexen Großwaffensysteme über alle relevanten Waffengattungen hinweg vollständig selbst zu entwickeln und zu bauen. Wer das nicht kann, ist kein Spieler auf der Weltbühne, sondern nur eine Spielfigur. Und US-Waffen dürften unter diesen Vorzeichen bald zu den Ladenhütern der Geopolitik gehören.

Muss man dem nun eine Träne nachweinen? Dass US-Waffen möglicherweise unverkäuflich werden? Theoretisch könnte man jubeln und sagen: Jede unverkäufliche Waffe ist ein Schritt in Richtung Frieden. Doch das wäre zu kurz gedacht. In der Praxis bedeutet diese Entwicklung keinen Zentimeter Fortschritt. Die Waffen verschwinden nicht von der Welt; was schwindet, ist lediglich die Verteilung der Kontrolle. Die Herrschaft über diese Waffensysteme – und damit über Krieg und Frieden – vereint sich in immer weniger Händen. Wir erleben keine Abrüstung, sondern eine Monopolisierung der Gewalt bei wenigen Großmächten, die technologisch autark sind. Eine Welt, in der nur noch eine Handvoll Imperien den Finger am Abzug haben, ist keine sicherere Welt. Das ist kein Fortschritt, das ist nur eine neue Stufe der Bedrohung.

Wir müssen den Gedanken des „Kill Switch“ (Abschalten) aber konsequent zu Ende denken. Wenn ein Hersteller Zugriff auf die Steuerungssoftware hat, um eine Waffe lahmzulegen, dann hat er theoretisch auch den Zugriff, um die Parameter der Zielerfassung zu ändern. Das ist der ultimative Albtraum jeder Armee: Die eigene Ausrüstung wird zur Fünften Kolonne des Gegners.

Ist das reine Fantasie? Mitnichten. Es gibt drei sehr reale Szenarien, wie das technisch heute schon möglich ist oder in naher Zukunft sein wird:

1. Die Waffe als Spion (Der passive Verrat)
Das ist der realistischste und wahrscheinlich schon existierende Fall. Die F-35 oder moderne Drohnensysteme sind vernetzte Datensauger. Wenn der Hersteller oder dessen Regierung (in diesem Fall die USA) es will, wird das Waffensystem zur Wanze. Es schießt zwar nicht auf den Piloten, aber es übermittelt in Echtzeit die exakten Standortdaten, Radarbilder und Funkfrequenzen an den Hersteller. Das Ergebnis: Die Waffe wendet sich gegen den Besitzer, indem sie ihn auf dem Silbertablett serviert. Der Gegner muss gar nicht suchen, er bekommt die Zielkoordinaten direkt aus dem Cockpit des Opfers geliefert.

2. Manipulation der IFF-Kennung (Der indirekte Angriff)
Jedes moderne Waffensystem verfügt über eine „Freund-Feind-Erkennung“ (IFF – Identification Friend or Foe). Wenn der Hersteller per Software-Update die digitalen Zertifikate eines Landes für ungültig erklärt, passiert das Unvorstellbare: Die eigenen Luftabwehrsysteme erkennen die eigenen Jets plötzlich als feindlich. Das Ergebnis: Man wird zwar nicht vom Flugzeug selbst erschossen, aber das Flugzeug sorgt dafür, dass man von den eigenen oder verbündeten Systemen abgeschossen wird. Das ist technisch absolut machbar – es ist nur eine Frage der kryptografischen Schlüsselverwaltung.

3. Autonome Systeme und „Return to Sender“ (Der aktive Verrat)
Hier kommen wir in den Bereich der KI-gesteuerten Drohnen und Marschflugkörper. Diese Systeme fliegen nach GPS und Wegpunkten. Sicherheitsforscher haben bereits demonstriert, dass man Drohnen durch „GPS-Spoofing“ (Vorgaukeln falscher Positionen) kapern kann. Wenn der Hersteller eine „Backdoor“ im Navigationssystem hat, könnte er einem Schwarm Drohnen, der eigentlich den Feind angreifen soll, schlicht den Befehl geben: „Neues Ziel: Heimatbasis“. Da moderne Waffen immer autonomer werden und ihre Ziele selbstständig suchen, reicht ein kleines Update in der Feinderkennungs-Datenbank: „Erkenne Uniform X nicht mehr als Freund, sondern als Ziel.“

Fazit zur Realität
Dass sich das Sturmgewehr in der Hand des Soldaten physikalisch umdreht, ist Unsinn. Aber dass die 100-Millionen-Dollar-Drohne oder das Raketenabwehrsystem ihre Programmierung ändern und die eigene Infrastruktur angreifen oder blockieren, ist bei der heutigen Vernetzung eine reale Gefahr. Wer solche Waffen importiert, holt sich das Trojanische Pferd nicht nur in die Stadt – er bezahlt es auch noch, wartet es und stellt es mitten in sein Verteidigungszentrum.

Dieser Artikel wurde erstmals am 09.01.2026 veröffentlicht. Das Artikelbild ist ein Beispielbild von John atlantis1@outlook.be auf Pixabay.

Zur Vorbereitung dieses Artikels wurde eine DeepResearch Ausarbeitung mit Gemini erstellt. Sie ist hier einsehbar.

Quelle: Progressive Stimme - Argumente, Fakten, Quellen - https://progressivestimme.de