Die gruseligen KI-News der letzten Woche

Meine Leser wissen ja, dass ich eigentlich gerne KI benutze, aber das befreit mich nicht davon, auch die Gefahren zu sehen. Und diese Gefahren sind mittlerweile so groß, dass sie nicht nur gruselig erscheinen, sondern sehr real werden. Hier mal nur die Nachrichten der letzten Woche.

1️⃣ KI-Kampfroboter und die Trump-Connection In der Ukraine kommen zunehmend bewaffnete Bodenroboter zum praktischen Einsatz – es gibt dort mittlerweile erste ganze Roboter-Bataillone. Parallel dazu baut die US-Firma „Foundation“ aktuell den humanoiden KI-Soldaten „Phantom MK-1“ für das US-Militär, welche jetzt auch zum testen im Ukrainekrieg eingesetzt werden. Diese menschenähnlichen Maschinen sind rund 1,70 Meter groß, wiegen 80 Kilo und können alle Waffen benutzen, die auch ein Mensch bedienen kann. Einer der Investoren und strategischen Berater dieser Firma ist der Sohn von Donald Trump, Eric Trump. (Quelle: TIME Magazine)

2️⃣ Menschliche Gehirnzellen spielen den Shooter „Doom“ Dem australischen Biotech-Unternehmen Cortical Labs ist es gelungen, menschliche Gehirnzellen dazu zu bringen, das Computerspiel „Doom“ zu spielen. Man hat dafür rund 200.000 lebende menschliche Neuronen auf einen Mikrochip gepflanzt. (Kurz zur Erklärung: „Doom“ ist der Urvater der Ego-Shooter aus dem Jahr 1993. Das Ziel des Spiels ist es, aus der Ego-Perspektive durch ein dreidimensionales Labyrinth zu navigieren, Schlüssel zu finden, dabei feindliche Dämonen abzuschießen und am Leben zu bleiben. Es erfordert also räumliches Denken und schnelle Reaktionen.) Die Zellen auf dem Chip bekamen das Spielgeschehen als elektrische Impulse eingespeist und feuerten eigene Signale ab, um die Spielfigur zu bewegen und schießen zu lassen. Angeblich sind diese Experimente völlig ethisch unbedenklich und das sei vorab geprüft worden, da es sich um isolierte Zellkulturen ohne Bewusstsein handele. (Quelle: The Register / Gizmodo)

3️⃣ Das Gehirn einer Fruchtfliege im Computer Erstmals ist es gelungen, ein biologisches Gehirn in einen Computer zu laden. Das Start-up Eon Systems hat das komplette Gehirn einer erwachsenen Fruchtfliege (etwa 125.000 Neuronen und 50 Millionen Synapsen) eins zu eins digital nachgebaut. Man hat dieses Gehirn dann in einen virtuellen Fliegenkörper in einer physikalisch korrekten Computersimulation transferiert. Ohne dass die Entwickler Verhaltensregeln programmieren mussten, zeigte die virtuelle Fliege allein durch die hochgeladene Biologie sofort typisches Verhalten: Sie lief umher, putzte sich und suchte nach Futter. (Quelle: Futurism / Cybernews)

4️⃣ Neuanschaffungen bei der US-Polizei Weil das alles noch nicht dystopisch genug ist: Die Polizei in Wichita (USA) schafft aktuell für über 650.000 US-Dollar schwer bewaffnete Roboterhunde für ihre SWAT- und Bombenentschärfungsteams an. Die Technologie aus dem Krieg zieht also nahtlos in den zivilen Raum ein. (Quelle: DroneXL)

5️⃣ Der Streit zwischen dem Pentagon und Anthropic Noch eine aktuelle Entwicklung aus den letzten Wochen, die genau ins Bild passt: Das US-Verteidigungsministerium (Pentagon) hat sich massiv mit dem KI-Unternehmen Anthropic (den Entwicklern der KI „Claude“) angelegt. Das Pentagon forderte von Anthropic, sämtliche ethischen Nutzungsbeschränkungen für ihre KI fallen zu lassen und sie für „alle rechtmäßigen Zwecke“ freizugeben. Konkret verlangte das Militär die Erlaubnis, die KI für massenhafte inländische Überwachung und für vollautonome, tödliche Waffensysteme – also Maschinen, die ohne menschliche Kontrolle Ziele auswählen und töten – nutzen zu dürfen. Anthropic hat diese Forderungen abgelehnt, woraufhin das Pentagon das Unternehmen als „Lieferkettenrisiko“ auf eine schwarze Liste gesetzt und von Regierungsaufträgen ausgeschlossen hat. Das eigentlich Erschreckende daran ist aber: Die anderen großen Tech-Giganten – also OpenAI, Alphabet (Google), Meta und Grok – haben diese Forderungen des Militärs nicht abgelehnt. Sie haben den neuen Standard akzeptiert, um sich die lukrativen Rüstungsaufträge zu sichern. (Quelle: The Guardian / Lawfare)

Ich glaube, wir müssen uns dringend auf Opposition zu KI einstellen.

Dieser Artikel erschien erstmals am 16.03.2026. das Artikelbild ist ein Beispielbild von Wolf auf Pixabay.

Quelle: Progressive Stimme - Argumente, Fakten, Quellen - https://progressivestimme.de