Die Fratze der Macht: Wenn „Werte“ nur noch Munition sind

Wir saugen es mit der Muttermilch auf: Der Westen ist das Gute, der Hort der Zivilisation, der Leuchtturm der Menschenrechte. Diese Erzählung wird uns von klein auf eingetrichtert. Doch wer hinter den Vorhang der diplomatischen Etikette blickt, dem offenbart sich ein Abgrund. Eine Analyse der Aussagen führender westlicher Politiker seit 1945 zeigt, dass es sich bei verbalen Entgleisungen nicht um bedauerliche Missgeschicke handelt. Sie sind vielmehr Symptome einer tiefsitzenden Krankheit: der imperialen rassistischen Arroganz, die die Welt seit 500 Jahren in „Zivilisierte“ und „Barbaren“ unterteilt.

Um die Tragweite dieser Aussagen zu verstehen, muss man mit einer naiven Illusion aufräumen: der Idee, dass Spitzenpolitikern solche Sätze einfach „herausrutschen“. Ein Politiker, der es in eines der höchsten Ämter eines Staates schafft, ist ein Hochleistungssportler der Rhetorik. Sprache ist in diesem Job nicht bloßes Beiwerk, sie ist das zentrale Werkzeug der Macht. Diese Menschen sind Virtuosen des sprachlichen Ausdrucks. Wenn solche Akteure von „Vernichtung“ sprechen, dann tun sie das nicht aus Versehen. Sie nutzen Sprache gezielt, um das Unaussprechliche salonfähig zu machen.

Wie tief der moralische Kompass mittlerweile gesunken ist, zeigte sich jüngst am Beispiel der US-Republikanerin Nikki Haley (Ehemalige Botschafterin der Vereinigten Staaten bei den Vereinten Nationen unter Trump/I. Amtszeit, ehemalige Präsidentschaftkandidatin.). Ihr Besuch in Israel während des laufenden Völkermordes an den Palästinensern lieferte ein Bild des Grauens, das kaum zu überbieten ist. Sie signierte eine Artilleriegranate mit den Worten „Finish Them!“ (Macht sie fertig!) . Doch das eigentliche Grauen lag im Detail: Sie versah diese Aufforderung zum Massenmord mit einem Herz-Smiley. Ein Herz auf einer Waffe, die dazu bestimmt ist, Menschen zu zerfetzen? Das ist nicht mehr nur strategische Härte, das ist pervers.

Ebenfalls entlarvend für die westliche Doppelmoral ist der Moment, in dem Hillary Clinton (Außenministerin der USA im Kabinett Barack Obama, ehemalige Präsidentschaftkandidatin) über den Tod von Muammar al-Gaddafi lachte. Ihr triumphierendes „Wir kamen, wir sahen, er starb“ offenbart seine gänzliche Boshaftigkeit erst, wenn man den Kontext betrachtet. Clinton wusste zu diesem Zeitpunkt bereits genau, was geschehen war. Gaddafi war nicht einfach im Gefecht gefallen. Er war von einem Mob gelyncht, gefoltert und auf bestialische Weise mit einem Bajonett sodomisiert worden. Über einen solchen Tod zu lachen und Cäsar zu zitieren, zeugt von einer Verrohung, die man sonst nur Warlords zuschreibt. Hier zeigte sich die Fratze des Imperiums: Das Völkerrecht gilt nur für die anderen, wir aber dürfen uns am Leid unserer Feinde ergötzen.

Doch wir müssen nicht in die USA blicken, um diese Erosion der Zivilisation zu finden. Auch Angela Merkel (Ehemalige Bundeskanzlerin Deutschlands), oft als Stimme der Vernunft gepriesen, ließ die Maske fallen, als sie den Tod von Osama bin Laden kommentierte. Ihr Satz „Ich freue mich darüber, dass es gelungen ist, Bin Laden zu töten“ mag auf den ersten Blick verständlich klingen, doch er markiert einen Dammbruch. Ein Rechtsstaat freut sich nicht über den Tod eines Menschen, egal wie verabscheuungswürdig er war. Ein Rechtsstaat freut sich, wenn ein Verbrecher gefasst und vor ein ordentliches Gericht gestellt wird. Das ist die zivilisatorische Errungenschaft, die uns angeblich von Terroristen unterscheidet. Indem Merkel öffentlich Freude über eine außergerichtliche Tötung bekundete, wischte sie die Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit beiseite und legitimierte Rache als Staatsräson. Das hätte man von einer Bundeskanzlerin niemals hören dürfen.

Golda Meir, (1956 bis 1966 Außenministerin und vom 17. März 1969 bis 3. Juni 1974 Ministerpräsidentin Israels) wusste genau, was sie tat, als sie sagte: „Es gab keine Palästinenser… Sie existierten nicht“ . Das war kein historischer Irrtum, sondern ein gezielter Akt ontologischer Gewalt, um einem ganzen Volk das Existenzrecht abzusprechen. Sie war damit eine ideologische Vorreiterin des Völkermordes in Gaza.

Diese emotionale Verwahrlosung geht Hand in Hand mit einer bürokratischen Kälte. Wenn Harry Truman (33. Präsident der Vereinigten Staaten) 1945 einen „Regen der Zerstörung“ ankündigte oder Madeleine Albright (1997 bis 2001 Außenministerin der USA) den Tod von 500.000 irakischen Kindern als „den Preis wert“ bezeichnete , dann sehen wir dasselbe Muster. Henry Kissingers (Ehemaliger Außenminister der Vereinigten Staaten) Befehl zur Bombardierung Kambodschas – „Alles, was fliegt, auf alles, was sich bewegt“ – war präzise formuliert . Es war die juristisch verklausulierte Anweisung zum Völkermord. Ob technokratisch nüchtern oder mit perversem Herzchen-Smiley: Die Botschaft ist gleich. Das Leben derer, die dem Imperium im Weg stehen, ist nichts wert.

Diese Zitate sind keine Ausrutscher. Sie sind Tatbeschreibungen. Sie sind die verbale Untermalung von Napalm, Folter und Drohnenkriegen. Der Westen hält sich gerne für moralisch überlegen, doch diese Aussagen beweisen das Gegenteil. Wir haben es mit einer Machtpolitik zu tun, die bereit ist, jede zivilisatorische Schranke niederzureißen, wenn es ihren Interessen dient. Diese Aussagen sind der Beleg für tiefsitzenden Rassismus und das Geständnis einer globalen Unterdrückung.

Dieser Artikel wurde erstmals am 14.01.2026 veröffentlicht. Das Artikelbild ist ein Beispielbild, es wurde von KI generiert.

Zur Vorbereitung dieses Artikel wurde eine KI Recherche durchgeführt, deren Ergebnis steht hier zur Verfügung.

Quelle: Progressive Stimme - Argumente, Fakten, Quellen - https://progressivestimme.de